Kassensturz: Stadt Markneukirchen ist 50 Millionen Euro wert
Rathaus ist weiterhin im Zählfieber
Markneukirchen. Was ist die Stadt Markneukirchen wert? Die Antwort hat in den vergangenen Monaten die halbe Rathaus-Mannschaft gesucht - nicht freiwillig. Es musste sein. Denn ab 2013 ist in Sachsen Pflicht, dass Kommunen Gelddinge handhaben wie Unternehmen, mit doppelter Buchführung in Konten. Dazu musste aller Besitz gezählt und bewertet werden. Das Ergebnis des großen Kassensturzes stellte Bürgermeister Andreas Jacob (CDU) in einer Stadtrats-Sondersitzung vor.
Dabei schwebte die Frage nach dem Nutzen der ganzen Zählerei im Raum, Jacob umschiffte sie. "Auch wenn der Bär brummt, tanzen muss er doch", erklärte er, dass alle Städte und Gemeinden im Freistaat aus der Nummer nicht herauskommen. 50 Millionen Euro stehen jetzt als Wert der Stadt auf dem Papier. Für Jacob ist nicht die Frage, wieviel jemand besitzt, sondern wie er damit umgeht. Wird der Geldhahn von Dresden zugedreht, wenn jemand schludert? Gibt's Zuschlag für die Erfolgreiche oder die armen Schlucker? Jacob bleibt skeptisch. "Ist es so, dass Bilanzen wie Bikinis sind - das Interessanteste verstecken sie?", fragte er.
Mit der Zählerei ist Markneukirchen Vorreiter im Kreis. Die Stadt verließ sich auf eigene Kräfte - ohne Sachverstand von außen. "Andere Städte planen dafür 30 bis 80.000 Euro ein", weiß Jacob. Für seine Mitarbeiter war die Erfassung wie ein riesiges Puzzle. So musste bei mehr als 3000 Instrumenten des Museums der Wert taxiert werden. Es sei ein Unterschied, ob ein Instrument Unikat sei oder nur als Brennholz tauge, so Jacob dazu. Das Zählfieber geht weiter. Nun ist Erlbach dran. Der Luftkurort hat eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt. Derzeit sind Straßenlampen dran. Da gibt's viele Details: Holz- oder Betonmast, neu oder alt, moderne Lampe oder in die Jahre gekommene Funzel...


10:54 Uhr
Nervzwerg: ... und genau deshalb ist es wichtig, dass endlich in den Kommunen unternehmerisch und wirtschaftlich sinnvoll gedacht und gehandelt wird. Als erste Grundlage muss man aber dazu wissen was man besitzt und was wie finanziert wurde. Jetzt müssen die Kommunen endlich Abschreibunen erwirtschaften und da wird sich hoofentlich mal gefragt ob jeder "Luxus" sein muss oder ob es auch anders geht. Und von wegen Markneukirchen ist Vorreiter im Vogtland - da lach ich mich kaputt. Es gibt bereits im Vogtland Kommunen die nach den neuen Regeln arbeiten. Herr Hager sie sollten mal ihre eigene Zeitung besser lesen.
18:21 Uhr
crashy9708: Eigentlich heißt es:
"WER KEINE ARBEIT HAT, DER MACHT SICH WELCHE!"
In Sachsen ist das scheinbar anders:
Haben die Kommunen nicht schon genug Arbeit, den oft bürokratischen (Un-) Sinn, der den Bürgern und auch den eigenen Mitarbeitern viel Zeit und Nerven kostet, sinnvoll umzusetzen?
Wenn kein Geld da ist, dann nützen auch solche Kassenstürze recht wenig oder sollen die Gemeinden jetzt "Leasing-Partner" für ihr letztes Hab und Gut finden, nur damit man sich noch über Wasser halten kann?
Wie wäre es mal damit, Gelder wirklich dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden und auf Prestige-Objekte und anderen Firlefanz zu verzichten?
Wie wäre es mal damit, dass man ökonomische Entscheidungen trifft und nicht immer nur politische, die dem Bürger nix bringen?
Dazu muss man aber mal vor die Tür der Amtstuben und unters Volk gehen und nicht über dessen Köpfe hinweg Entscheidungen fällen, auch wenn man von einem Teil des Volkes, dem Wähler, ins Amt gehoben wurde.
Schade nur, dass das Volk nicht nur aus Wählern und Nichtwählern, sondern auch aus Steuerzahlern besteht.
Leider meckert der Steuerzahler gerne, aber wenns um die Wahl geht, dann gibt man sich als Nichtwähler mit den Gegebenheiten eben zufrieden - schade eigentlich.
Apropos Wert:
Nur gut, dass man den Wert des Individuums noch nicht mit in die Berechnung einfließen lässt...