Kleiner Kreisverkehr soll großen Verkehrsknotenpunkt entwirren
Unübersichtliche Straßenkreuzung in Markneukirchen bald passé
Markneukirchen. Das Eingangstor der Stadt Markneukirchen ist derzeit wenig attraktiv: Wer die zentrale Zufahrt Adorfer Straße passiert hat, stößt am ehemaligen Postamt auf eine Art Platz, gepflastert und abschüssig, mit sechs auf engen Raum einmündenden Straßen. Geht es nach den Vorstellungen der Stadträte, soll ein kleiner Kreisverkehr an dieser Stelle den großen Knoten entwirren. An Details der bestmöglichen Lösung für Verkehr und Stadtbild muss aber noch gefeilt werden.
Ein Kreisel passt grade so hin
Der Technische Ausschuss des Stadtrats hat sich jetzt dafür ausgesprochen, mit einem Kreisverkehr in der Mitte der jetzigen Kreuzung weiterzuplanen. Diese Variante bekam den Vorzug gegenüber einem Ausbau der bestehenden Straßen. "Da gibt es keine Entspannung beim Verkehr", erklärte Nicole Greil von der Allgemeinen Bauverwaltung im Rathaus. Auch ein seitlich versetzter Kreisel, der die jetzige Stadtkern-Ausfahrt mit der Straße Am Rathaus ausspart, stieß auf wenig Gegenliebe. Finanziell sind die Unterschiede der drei Varianten gering. Der zentrale Kreisverkehr kostet nach Schätzungen 760.000 Euro Eigenmittel. Dabei rechnet die Stadtverwaltung derzeit mit einer Brutto-Förderung von 63 Prozent der Kosten, sagte Hauptamtsleiter Volker Neef.
"Der Kreisverkehr passt grade so rein", erläuterte Planer und Freie Wähler-Stadtrat Matthias Kreul. Bei einem Durchmesser von 26 Metern bleibt ebenso noch Platz für den Fußweg vor dem denkmalgeschützten Postgebäude und die Stützmauer zum Lutherplatz. Knackpunkt ist ein erhebliches Gefälle von 2,50 bis 3 Metern zwischen den einzelnen Straßen. Der Kreisverkehr würde so nicht in der Ebene liegen, was einigen Stadträten und sachkundigen Bürgern Bauchschmerzen bereitet. Angeregt wurde, den Kreisel etwas Richtung Lutherplatz zu verlegen und die Johann-Sebastian-Bach-Straße mit anzubinden. Damit wäre der Kreisel nicht mehr so schräg. Es wäre freilich ein Eingriff in den Platz nötig, Baumfällungen würden kommen und Parkflächen wegfallen.
Liegt der Kreisverkehr zentral, ist der Nutzen am größten, waren sich die Stadträte einig. "Damit fällt dann auch die Plauensche Straße optisch als Stadteinfahrt weg", verwies der sachkundige Bürger Hans-Ludolf Parisius auf eine positiven Effekt. Derzeit ist die kleine Anliegerstraße für Ortsunkundige die direkte Fortsetzung der Adorfer Straße, tatsächlich ist sie aber nur stadtauswärts befahrbar. Mit dem Kreisel verbaut sich die Stadt zugleich nicht eine mögliche andere Verkehrsführung in der Innenstadt. Diese hatte der Städtetester Christian Klotz als Beobachter von außen den Markneukirchenern im März empfohlen. Sein Grundtenor: Die Musikstadt versteckt derzeit ihre Schokoladenseiten, weil Gäste vorbei an Hinterhäusern und Gärten in den Ortskern rollen.
Zweispurige Straße denkbar
Ein Thema, dass bei den Überlegungen zur Post-Kreuzung wieder aufkam, ist der zweispurige Ausbau der Breiten Straße. Dafür müsste die Stadt aber Flächen kaufen, machte Bürgermeister Andreas Jacob (CDU) aufmerksam. Dass an der Straße etwas passieren muss, ist ihm auch klar. Seit sich das Postverteilzentrum des oberen Vogtlands im früheren Einkaufsmarkt an der Breiten Straße einmietet hat, gibt es viel Quellverkehr, Postautos müssen wegen der Einbahnstraßen eine Schleife fahren. Stadtrat Walter Voigt (CDU), im Beruf Stadtbaumeister im benachbarten Adorf, sieht im zentralen Kreisverkehr mit kalkulierten Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro eine "gute Lösung", da dabei zugleich nicht sanierte Anschlussstücken der im Kreisel angebundenen Straße mit gebaut werden sollen.

