Die rückwärtige Seite des früheren Horten-Kaufhauses: Rund zwei Wochen werden die Abrissarbeiten am unteren Teil des Gebäudes dauern. Abgetragen wird das Haus bis zur rötlichen Markierung an der Fassade.
Foto: Ellen Liebner
Abrissbagger greift ins alte Kaufhaus
Umbau des früheren Horten-Hauses zum Landratsamt gestartet
Plauen. Montag, 13.02 Uhr: Dreimal schlägt die Baggerschaufel in 15 Meter Höhe an den Horten-Giebel. Dann packt sie erstmals zu. Die Wand reißt auf wie Papier, Putz kracht herunter, Ziegel fliegen durch die Luft, Staub wird aufgewirbelt. Eine Hand voll Zuschauer beobachtet diesen historischen Moment. Denn als der Abrissbagger seinen rund 30 Meter langen Greifarm erstmals ansetzt, ist auch äußerlich der "scharfe Start" für das teuerste Bauvorhaben in der Geschichte des Vogtlandkreises vollzogen. Im Gebäude-Innern dröhnen bereits seit dem Jahreswechsel die Presslufthämmer. Vorige Woche wurden die Rolltreppen ausgebaut. Zerlegt in zehn Teilen, hievte ein Kran die tonnenschweren Elemente ins Freie.
Maximal zwei Wochen dauert der jetzt begonnene Abriss. Der Bagger der Lengenfelder Firma Dotzauer frisst sich zuerst in den unteren Teil des Hintergebäudes. Gesteuert wird das Gefährt von einem erfahrenen Mann. Er saß bereits beim Abbruch des Wettiner Hofes in Bad Elster voriges Jahr im Führerhaus. Der Horten-Abriss - für ihn ein Routine-Job. "Außer, dass es hier vielleicht ein bisschen eng zugeht", sagte er am Vormittag. Seine Befürchtung sollte sich später bestätigen. Ein Teil des Bauzauns in der Forststraße wurde unter dem Schutt begraben.
Rund ein Viertel der Gebäudefront an dieser Straße hin wird platt gemacht. "Anschließend geht es auf der oberen Seite weiter", sagt Sylvio Fiedler, Polier bei der Firma S & P GmbH Lengenfeld, dem Hauptauftragnehmer für Abriss und Rohbau. Nicht angetastet werden der kompakte Mittelbau aus Stahlbeton an der Forststraße sowie die historische Fassade in Richtung Postplatz. Bis Ende Februar sollen die Abbruch- und Entkernungsarbeiten abgeschlossen sein, so Fiedler.
Der Bauschutt wird nur zum Teil abgefahren. Den Rest will die Baufirma dazu verwenden, die Kellergeschosse zu verfüllen. Denn der tonnenschwere Abrissbagger, der zurzeit sein Werk von der Straße aus verrichtet, kommt auch im Gebäudekomplex selbst noch zum Einsatz.
Mit rund 7,2 Millionen Euro sind Abriss und Rohbau veranschlagt. Das ist rund ein Fünftel der Gesamtkosten. Zum Jahreswechsel 2013/14 sollen die Arbeiten beendet sein. Dann müssen rund 600 Beschäftigte der Kreisverwaltung ihre Koffer packen und in die Plauener Innenstadt umziehen.
Neben Teilen des Horten-Kaufhaus wird in der Plauener Innestadt in diesem Jahr ein weiteres stadtbekanntes Gebäude weichen: das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Sachsendruck-Werkes. Seitdem die Pläne für die denkmalgeschützte Immobilie an der Bergstraße gescheitert sind, dort eine Pflegeeinrichtung unterzubringen, hat sich der Zustand des Haues deutlich verschlechtert. Aus Sicherheitsgründen ist die Straße in dem Bereich seit Herbst gesperrt. Fassadenteile drohen herabzustürzen. 230.000 Euro plant die Stadt Plauen für den Abbruch ein. Das zugehörige Industriegebäude wurde bereits vor einem Jahr abgerissen. Dort entsteht perspektivisch ein Parkdeck für das neue Landratsamt. Derzeit steht auf der Freifläche unter anderem der Baucontainer für den Horten-Umbau.



17:58 Uhr
dercityhopper: @hanswurst
soll Ihrer Meinung nach dieses wundervolle Gebäude einfach verfallen?
Sie sollten froh sein, das Plauen noch solche Gebäude hat und diese genutzt werden! Gerade da Plauen kriegsbedingt soviele tolle Gebäude verloren hat...
Ich glaube Sie haben da etwas nicht verstanden...
12:26 Uhr
hanswurstjoerg: meine meinung ist dazu der bau ist schwachsinn und sinnloses rausschmeisen von steuergeldern.
irgentwas hat deutschland nicht verstanden wenn es heist schulden abbau.
es geht auch anders was ist mit der Arbeitsamt da ist b estimmt platz.