Erstmals auf dem Europäischer Bauernmarkt in Plauen: Veprore Shehu, Zejmete Dylatahu, Gjyle Hysemi (von links) aus dem Kosovo. Sie bieten Kleidung mit traditionellen Elementen ihrer Heimat und auch Leckereien wie Honig an.
Foto: Ellen Liebner
Bauernmarkt zeigt Vielfalt Europas
66 Anbieter aus zwölf Länder präsentieren bis Samstag ihre traditionellen Lebensmittel und Handwerkskunst
Plauen. Plauen. So etwas hatte Plauen noch nicht gesehen: Mit Holzschuhen an den Füßen wagten Sachsens Umwelt-Minister, Frank Kupfer (CDU), das vogtländische CDU-Bundestagsmitglied Robert Hochbaum und Ruth Müller-Landauer als "de Neideiteln", ein Plauener Original, am Samstag in der Veranstaltungshalle des Möbelhauses Biller einen Tanz zur Eröffnung des 15. Europäischen Bauernmarktes: "Goede Dag - Holland grüßt zum Europäischen Bauernmarkt", so lautet das Motto in diesem Jahr.
Der Kammerchor des Lessing-Gymnasiums hatte eigens dafür ein holländische Lied einstudiert: "Hüpf, meinen Grützbrei - den werde ich schon kriegen", sangen die jungen Leute, und die Spitzenpolitiker klapperten dazu mit ihren Holzpantinen. Das hat die Stimmung vor der folgenden offiziellen Eröffnung in der Veranstaltungshalle enorm gehoben. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vogtländischen Vereins der Direktvermarkter, Michael Bretschneider, der sächsischen Erntekönigin, Antje Georgi, der Brunnenkönigin Catharina Liebold aus Bad Elster und der frisch gekrönten Miss Weltcup, Julia Eichhorn, vollzog Minister Kupfer die Eröffnung. Das tat er kurz und knapp, mit wenigen Worten, sodass die 66 Anbieter aus zwölf Ländern an ihren Ständen nicht lange auf den Besucheransturm warten mussten. Der blieb nicht aus. Durch die Gänge und über die freien Flächen schoben sich die Menschen langsam voran, Geduld war nötig. Vor allem bei den ausländischen Händlern blieben die Leute gern stehen. Mal vom Käse kosten, an einem Schlückchen Wein nippen oder den verführerischen Duft von Geräuchertem schnuppern - darauf hatten die Vogtländer gewartet. Der Bauernmarkt verströmt wieder sein unverkennbares Flair.
Auf der Bühne musizierte am Nachmittag die Gruppe Folkcorn aus Holland. Davor saßen auf rustikalen Holzbänken die ersten fußmüden Besucher und ließen es sich bei einem Bierchen oder einem Kaffee gut gehen. Gleich neben der Bühne hatte der ungarische Stand mit seinem appetitlichen Langosch, mit Rotwein und Obstler Stellung bezogen. Der Duft des in Öl gebackenen und mit Käse bestreuten Backwerks mischte sich mit den Wohlgerüchen vom holländischem Käse.
Die Veranstalter hoffen wie in den Vorjahren wieder auf mindestens 30.000 Besucher.
Service:
Der Europäische Bauernmarkt kann bis Samstag in der Veranstaltungshalle des Möbelhauses Biller am Rosa-Luxemburg-Platz 7 besucht werden. Geöffnet ist Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, und am Samstag, 10 bis 14 Uhr.


