Jürgen Oeser zeigt die neue Technik. 40.000 Euro hat deren Anschaffung gekostet. Foto: Ellen Liebner
Das ist Plauens neuer Blitzer
Aus Skoda Roomster werden ab sofort Raser-Fotos geschossen - Digitaltechnik ermöglicht rasante Bearbeitung
Plauen. Plauen. Achtung, teure Fotos: In Plauen ist ab sofort ein neues Blitz-Fahrzeug im Einsatz. Es handelt sich um einen Skoda Roomster. Er löst den berühmt-berüchtigten VW Passat ab, der nach 18 Jahren im Einsatz ausgedient hat. Die Farbe des neuen Fahrzeuges ist aber die selbe geblieben: Das Auto ist weiß.
Mit der Anschaffung des neuen Blitzers bricht in der Bußgeldstelle zudem das digitale Zeitalter an. Filme sind jetzt passé, stattdessen werden die aufgenommenen Sünder per USB-Stick ins Rathaus transportiert, die Entwicklung des Films entfällt. Dadurch wird eine deutliche schnellere Bearbeitung möglich, sagte am Donnerstag Ordnungsamtschef Wolfgang Helbig. Bislang dauerte es zwischen vier und sechs Wochen, bis der Geblitzte Post aus dem Rathaus erhielt.
170 Messstellen gibt es im Stadtgebiet Plauen. Diese wurden von der Stadt bislang in zwei Schichten bedient. 9000 Geschwindigkeitsübertretungen im Jahr konnten so geahndet werden. Die Bilder füllten 360 Filme. Als Abzocker wollen sich die Verantwortlichen im Rathaus jedoch nicht verstehen. "Wir blitzen nur dort, wo eine Verkehrsgefährdung besteht und nicht dort, wo man besonders gut verdient", beteuerte Wolfgang Helbig und nennt Unfallschwerpunkte und Straßen vor Schulen als Beispiel. Wenn geblitzt wird, dann stets offensichtlich, wie Margit Kleinhempel, Leiterin der Bußgeldstelle ergänzte. "Unsere Jungs verstecken sich nicht. Das Fahrzeug ist sichtbar - und das soll auch so sein." Darüber hinaus haben die Rathaus-Verantwortlichen am Donnerstag verraten, dass sie eine hohe Toleranzgrenze zulassen. Botschaft: Die Tachonadel muss schon deutlich sichtbar über die jeweils erlaubte Höchstgeschwindigkeit steigen, bis die Radarfalle zuschnappt.
Bei manchen Autofahrern braucht es das jedoch nicht. Jürgen Oeser, der den Plauener Blitzer seit Jahren bedient, hat sogar schon einmal eine Überschreitung um 75 km/h erlebt. "Das war auf der Pausaer Straße. Bei erlaubten 50 war das Auto 125 km/h schnell", plauderte er aus dem Nähkästchen.
Das Thema Blitzer beschäftigt auch andere Städte im Vogtland. So testet Reichenbach gerade, welches Gerät sich am besten eignet. Etliche Autofahrer hat die Neuberinstadt am Mittwoch damit erschreckt. Um möglichst viele Bilder zu bekommen, wurde das Gerät auf Tempo 30 scharf gestellt, erlaubt waren 50. Folge: Es blitzte ununterbrochen. Knöllchen werden natürlich keine verschickt. Die Plauener können auf diese Trockenübung aufgrund jahrelanger Erfahrung verzichten.


