Bernd Haßler hinter der Ladentheke im Eine-Welt-Laden an der Marktstraße 2 in Plauen. Am Mittwoch öffnet das von einem Verein betriebene Geschäft für fair gehandelte Produkte der Dritten Welt.
Foto: Ellen Liebner
Eine-Welt-Laden erlebt Premiere in Plauen
Verein eröffnet am Mittwoch Geschäft für fair gehandelte Produkte an der Marktstraße - Bisher engagieren sich rund 20 Mitstreiter
Plauen. Premiere in Plauen: An der Marktstraße öffnet am Mittwoch Plauens erster und einziger Weltladen. Auf 38 Quadratmetern bietet der Verein "WIR - in einer Welt" eine Auswahl von fair gehandelten Produkten aus Entwicklungsländern. Im Vorstand sitzt Bernd Haßler, gemeinsam mit seiner Frau Bärbel ist er Initiator des Plauener Projekts. Komplettiert wird das dreiköpfige Führungsgremium durch Hardy Neumann
Kaffee und Tee, Schokolade und Kakao, Trockenfrüchte, Nüsse, Reis und Säfte aber auch kubanischer Rum und Weinflaschen stehen in den Holzregalen an der Marktstraße 2. Auf den Waren prangen Symbole wie das "Transfair"-Siegel. Es wird von Organisationen vergeben, die auf Einhaltung fairer Bedingungen achten. Damit soll Produzenten, vorwiegend aus Gegenden der so genannten zweiten und dritten Welt, ein höheres und verlässlicheres Einkommen ermöglicht werden.
Bei der Herstellung wird darauf geachtet, dass internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Der faire Handel konzentriert sich hauptsächlich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden. Fairer Handel umfasst landwirtschaftliche Erzeugnisse ebenso wie Produkte des traditionellen Handwerks und der Industrie und weitet sich zusehends auch auf neue Bereiche wie etwa den Tourismus aus.
Knapp 20 Helfer und Mitstreiter konnte Bernd Haßler seit der Vereinsgründung im November 2007 um sich versammeln. "Das sind genug, um den Laden zu betreiben", sagt er. Trotzdem ist man bei "WIR - in einer Welt" auf der Suche nach neuen Gesichtern. "Wir möchten noch mehr Öffentlichkeitsarbeit machen und über unseren Laden informieren." Das ist beispielsweise auf Stadtfesten geschehen. Die Resonanz sei dabei überwiegend positiv gewesen, berichtet Haßler.
Die Kosten, rund 12.000 Euro bislang, wurden durch einen Kleinkredit finanziert. Gewährt wurde er von einer Organisation, die die Fairhandelsbewegung unterstützt.
Geplant ist, das Geschäft wochentags von 10 bis 18 Uhr zu öffnen. "Wir glauben, dafür genug Mitglieder zu haben", blickt Haßler frohen Mutes in die Zukunft.
Service
Im Freistaat Sachsen gibt es derzeit rund 45 Geschäfte und Initiativen, die fair gehandelte Produkte vertreiben. Die meisten befinden sich in Dresden. Aber auch im Vogtland und benachbarten Regionen gibt es derartige Angebote. Eine Auswahl: Dritte Welt Laden, Rodewisch, Zeidelweide 9; Kirchenladen Kunterbunt, Klingenthal, Falkensteiner Straße 2; Weltladen Eibenstock, Schneeberger Straße 1; Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde, Lengenfeld, Kirchplatz 2.


