Radweg

Foto: Tilo Steiner

Elsterradweg: Es geht nur mühsam voran

Baubeginn weiterer Streckenabschnitte unklar - Naturschützer fordern Einblick in Studien und Pläne - Fertigstellung auf 2014 verschoben

Plauen. Plauen. Zwischen Plauen und Straßberg kann man entlang der Weißen Elster derzeit gemütlich Fahrrad fahren - auch ganz ohne festen Belag. Bis dieser aufgetragen wird, kann es auch noch eine Weile dauern: "Fördermittel haben wir für diese Etappe noch nicht", erklärt die Pressesprecherin des Landratsamtes, Kerstin Büttner, auf Anfrage.

Dabei hatte sich Straßbergs Ortsvorsteher Dieter Blechschmidt (CDU) schon gefreut, dass es "noch in diesem Jahr weitergeht", wie er in der jüngsten Sitzung des Gremiums sagte. Der Abschnitt bis Kürbitz war vor wenigen Wochen der Bestimmung übergeben worden. Doch die Kreisverwaltung will sich nicht festlegen, wann es nun an der Zottnerbrücke in Richtung Plauen links des Elsterufers weitergeht. Der Zeitpunkt nächster Baumaßnahmen sei noch unklar, heißt es.

Immerhin ist der Streckenverlauf inzwischen "genau definiert", teilt Michael Auerbach mit. Er leitet das Kreisamt für Straßenunterhalt und Instandsetzung und ist für das im Vogtland rund 80 Kilometer lange Mammutprojekt Elsterradweg zuständig. Der Plauener Stadtrat Dieter Rappenhöner (Grüne) widerspricht indes Auerbachs Angaben: Unklarheiten gebe es hier und da schon noch. Das betreffe zum Beispiel das Stück von der Plauener Kläranlage bis zur Landesgrenze Thüringen. Wie der Radweg dort verlaufen soll, darüber gibt es verschiedene Ansichten: Die weitgehend unberührte Natur zwischen Lochbauer, Barth- und Rentzschmühle sowie angrenzende Naturschutzgebiete machen es Umweltschützern schwer, sich dort eine 2,50 Meter breite, asphaltierte Rollbahn vorzustellen. Nur für diesen Ausbau nach dem Radweg-Standard gibt es aber Fördermittel.

"Es bestehen noch Unklarheiten", beharrt deshalb Rappenhöner - und verweist auch auf die so genannten Flora-Fauna-Habitate (FFH). Das sind Landstriche, die unter europaweitem Schutz stehen. Die Kreisbehörde versichert, für den Elsterradweg eine FFH-Verträglichkeitsprüfung veranlasst zu haben. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Resultate dieser Prüfung aber auch im Falle der Abschnitte Pirk-Weischlitz und Weischlitz-Plauen noch "nicht zu Gesicht bekommen".

Belange des Naturschutzes seien "berührt und berücksichtigt", versichert Auerbach. Für Eingriffe in die Natur seien per Gesetz Ausgleichsmaßnahmen zu leisten. Dazu werde ein Landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt. "Der muss durch die Naturschutzbehörden genehmigt werden", so der Amtsleiter. Stadtrat Rappenhöner will wissen, welche Ausgleichsmaßnahmen da genau vorgesehen sind. Außerdem könne es nicht sein, "dass erst gebaut und dann der Begleitplan erstellt wird".

Auf Nachfrage der "Freien Presse" erklärt Auerbach, wo genau im Anschnitt zwischen Pirk und Weischlitz geradelt werden soll: Von Pirk kommend auf der Kreisstraße unter der Autobahnbrücke hindurch bis zur Pirkmühle, dort zweigt der Radweg ab und unterquert nach etwa 100 Metern die Bahnlinie, dann 800 Meter links der Elster entlang, über eine zu errichtende Brücke auf die andere Seite des Flusses, dann 2,5 Kilometer entlang eines alten Mühlgrabens bis zur Forellenanlage.

Ziel der Kreisverwaltung ist jetzt, das neun Millionen Euro teure Projekt bis 2014 abzuschließen. Ursprünglich hatte Landrat Tassilo Lenk (CDU) 2011 als Fertigstellungstermin genannt. Touristiker mahnen wegen des Booms im Radtourismus seit der Jahrtausendwende den länderübergreifenden Ausbau des Elsterradweges von der Quelle in Böhmen bis zur Mündung in die Saale an.

 
erschienen am 29.07.2010 ( Von Peter Albrecht )
 
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