Fanprojekt steht auf der Kippe

Finanzierung nur noch bis Jahresende gesichert - Kreis bietet bisher nur geringe Ausgleichsumme an

Plauen. Plauen. Die Zukunft des Fanprojekts Plauen-Vogtland ist ungewiss: Zum Jahresende läuft die bisherige Finanzierung aus, ausreichender Ersatz ist nicht in Sicht. "Dabei haben wir in einem Jahr viel erreicht, auch mithilfe von Ehrenamtlichen", erklärt Projektleiter Volker Herold (28). "Es wäre sehr schade drum, wenn das alles verloren ginge."

Der Sozialarbeiter und die Bürokauffrau Nicole Kittler, die eine Halbtagsstelle hat, sind die beiden hauptamtlich Beschäftigten des Projektes, das sich der Fußballfans im ganzen Vogtland annehmen will - unabhängig von der Vereinszugehörigkeit. Betreut werden Fans nicht nur in Plauen, sondern unter anderem in Bad Elster, Elsterberg, Auerbach und Bad Brambach. Seit 2008/09 gibt es insgesamt 46 derartige Fanprojekte in Deutschland: "Im Westen sind sie sicher, im Osten klagen alle", so Volker Herold. Dabei sei die Arbeit gerade in den neuen Ländern besonders wichtig, da hier brutale Auseinandersetzungen am Rande von Fußballspielen massiv zunehmen: "Der Einsatz gegen Gewalt und Extremismus ist eines unserer Hauptziele."

DFB schießt ein Drittel zu

Die 46 Projekte werden zu je einem Drittel vom Deutschen Fußball-Bund DFB beziehungsweise der Deutschen Fußball-Liga DFL, von den Bundesländern sowie von den Kommunen finanziert. Maximal 60.000 Euro schießt jeder der Partner zu, sodass insgesamt bis zu 180.000 Euro zusammenkommen können. Das vogtländische Projekt ist allerdings das kleinste seiner Art und muss mit 68.000 Euro auskommen. "Laut der Richtlinien müssten wir eigentlich einen Kleinbus mit neun Sitzen sowie ein Zelt für Ausfahrten haben - das können wir uns gar nicht leisten", so Herold.

Bislang zahlte Plauen 24.000 Euro an das Projekt, das Geld floss wiederum aus dem Bundesprogramm "Vielfalt tut gut". Sachsen und der DFB steuerten die beiden anderen Drittel bei. "Vielfalt tut gut" gibt es nur bis zum Jahresende. Und Plauen ist nach dem Verlust der Kreisfreiheit sowieso nicht mehr zuständig. Der Vogtlandkreis als Rechtsnachfolger hat Herold darüber informiert, dass für 2011 höchstens eine Förderung in Höhe von 2500 bis 5000 Euro in Aussicht gestellt werden könne. Und selbst dies nur, wenn die Stadt Plauen die gleiche Summe zuschieße. Das wären maximal 10.000 Euro aus kommunalen Quellen, mit Freistaat und DFB kämen höchstens 30.000 Euro zusammen. "Das reicht auf keinen Fall", meint Volker Herold. "Damit können wir Gehälter und die Miete für die Räume in der Dobenaustraße 9 nicht bezahlen." Man benötige mindestens die bisher gezahlte Summe, um die Arbeit aufrechterhalten zu können.

Nur noch wenig Zeit

Die Zeit drängt: Bis zum 15. Juli muss Herold bei DFB und Freistaat den Antrag auf Förderung für 2011 stellen. Er hofft, dass die Verantwortlichen im Kreis und in der Stadt bis dahin doch noch so viel Geld zusagen, dass das Fanprojektes Plauen-Vogtland weitergeführt werden kann.

 
erschienen am 11.06.2010 ( Von Bernd Appel )
 
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