Land unter an der Seumestraße
Kanäle können Starkregen nicht bewältigen - Zweckverband: bis 100.000 Euro Schaden - 38 Feuerwehreinsätze
Plauen. Plauen. Nach dem Starkregen am Wochenende mit allein 38 Feuerwehreinsätzen auf dem Gebiet der Stadt Plauen wurde am Montag eine erste Schadensbilanz gezogen. Allein weil die Abwasserkanäle den vielen Niederschlag nicht aufnehmen konnten, ist eine Schadenssumme zwischen 50.000 und 100.000 Euro im Vogtland zu beklagen. Diesen Wert nannte am Montag Uwe Donath, Leiter des Bereichs Abwassers beim Zweckverband, auf Anfrage von "Freie Presse".
Betroffen war einmal mehr das Gebiet an der Plauener Seumestraße in Haselbrunn. Seit Jahren gibt es dort einen neuralgischen Punkt. Immer wieder liefen bei Starkregen Grundstücke voll, weil ein Kanal die Wassermengen nicht bewältigen konnte. Der Zwav ist deshalb gerade dabei, das Problem baulich zu lösen und investiert mehrere hunderttausend Euro. Ausgerechnet in der Bauphase fiel jetzt der sintflutartige Regen. "Wohnungen und Keller liefen voll, der Schaden ist erheblich", informierte Donath. "Die Bürger sind stinksauer." Inwieweit die Zwav-Baustelle zur Verschärfung der Situation beigetragen hat, klärt jetzt ein Sachverständiger.
Probleme meldet der Zweckverband auch von seinen Abwasser-Pumpstationen in Neuensalz, Triebel und Schnarrtanne. Die Pumpen konnten dort die Wassermengen nicht mehr bewältigen, das Wasser staute sich. "Wo keine Rückstausicherungen eingebaut sind, laufen dann die Keller voll", erklärt Donath. Oftmals würde das Problem noch verschärft, wenn aus Kellern ausgepumptes Wasser direkt wieder in die Kanalisation eingeleitet werde. "Das dürfte normalerweise nicht sein. Aber viele Bürger wissen es nicht anderes", so der Abwasser-Verantwortliche.
Keine Störungen gab es hingegen im Trinkwassernetz. Wie üblich bei derartigen Wetterlagen wurden in den Quellgebieten vorsorglich die Auffanganlagen des oberflächennahen Grundwassers außer Betrieb genommen, um Schäden zu verhindern.
Bilanz zogen am Montag auch die Plauener Feuerwehren. Wegen der starken Niederschläge rückten Berufs- und Ortsfeuerwehren zu insgesamt 38 Einsätzen aus. Vorwiegend mussten Keller ausgepumpt und Sandsäcke ausgelegt werden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Durch Bauarbeiten im Friesenbach in der Langenberggasse kam es zum Wasser-Rückstau. Mithilfe eines Baggers konnte der Abfluss wieder frei gemacht werden, so eine Information der Stadtverwaltung.
In der Nacht zum Samstag fuhren die Kameraden zu 31 Einsätzen, am Samstag zu weiteren sieben.
Eingesetzt waren die Ortsfeuerwehren Stadtmitte, Neundorf, Jößnitz, Großfriesen; Kauschwitz, Thiergarten, die Berufsfeuerwehr und das Technische Hilfswerk Plauen.


