Oelsnitzer Straße An der Oelsnitzer Straße in Plauen stehen viele Häuser leer und sind unsaniert.

Foto: Ellen Liebner

Marode Häuserzeilen bleiben stehen

Private Hausbesitzer bekommen keine Fördergelder für den Abriss - Stadtverwaltung sieht derzeit keinen Ausweg

Plauen. Plauen. Als erster Eindruck von der Spitzenstadt Plauen wirken die mit maroden Häusern gespickten Einfallstraßen Plauens nicht gerade einladend. Und das wird auch so bleiben. Denn Fördergeld für den Abriss der verfallenden Substanz ist nicht in Aussicht. Darauf hat Antje Härtl vom Fachbereich Umwelt und Bauordnung der Stadtverwaltung am Montagabend in der Sitzung des Ortschaftsrates Straßberg aufmerksam gemacht. Sie stellte dort das Fachkonzept Städtebau und Denkmalpflege des neuen Stadtkonzeptes Plauen 2022 vor, das in den nächsten Monaten in den städtischen Ausschüssen beraten und von den Stadträten verabschiedet werden soll.

In dem Konzept steht, wie sich die Stadt an welchen Stellen auf welche Art und Weise weiterentwickeln könnte. An der Pausaer Straße, der Oelsnitzer Straße, der Martin-Luther-Straße und anderen mit maroden Altbauten flankierten Routen bleibt die Entwicklung demnach stehen. "Gerade dort wäre es am nötigsten", erklärte die städtische Mitarbeiterin. Landesbehörden seien jedoch der Auffassung, dass mit dem Abtragen der historischen Gebäude die Identität der Städte verloren ginge.

Weil private Hausbesitzer keine finanzielle Unterstützung erhalten, seien in den vergangenen Jahren auch kaum private Bauten aus dem Stadtbild verschwunden. Die mehr als 3000 beseitigten Wohnungen gehörten fast alle der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WBG) und der Wohnungsgenossenschaft (AWG). Sie reduzierten ihre Mietflächen in den Plattenbaugebieten. Privatbesitz ist meist nur dann beseitigt worden, wenn die Mauern kurz vor ihrem Einsturz standen und Gefahr in Verzug war.

Ein Blick in die Denkmalschutzliste der Stadt zeigt, wie viele Häuser diesen Status genießen. An der Liebknechtstraße im Westend sind es 52 Gebäude, an der Neundorfer Straße 45 Stück, an der Martin-Luther-Straße 23, an der Pausaer Straße 18, an der Oelsnitzer Straße neun. Freilich ist an einigen Trassen ein Teil der Bauten saniert und bewohnt - sogar an befahrenen Strecken wie der Pausaer Straße. Aber wer sich beispielsweise an der Straßenbahnhaltestelle Morgenbergstraße bewegt und seine Blicke die Fassaden hinauf schweifen lässt, bekommt das große Grausen.

Wie das Problem gelöst werden kann, ist weiter unklar. Erst wenn ein Gebäude einsturzgefährdet ist, muss die Verwaltung handeln. In solchen Fällen wird dem Eigentümer die Ersatzvornahme, also der Abriss angedroht, den er dann im Nachhinein bezahlen muss. Oft ist beim Eigentümer aber nichts zu holen, sodass die Kommunen auf den Kosten sitzen bleiben.

 
erschienen am 03.03.2010 ( Von Peter Albrecht )
 
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