Pfandsystem soll Müllberge klein halten
Vorstoß der Grünen für mehr Sauberkeit bei Innenstadt-Sausen - Spitzenfest setzt dieses Jahr erstmals komplett auf Becherrückgabe
Plauen. Plauen. Bilder mit Bergen von Getränkebechern bei Innenstadtfesten sollen in Plauen bald der Vergangenheit angehören. Diesen Vorstoß setzen die Grünen den Ratsgremien in Kürze per Antrag auf die Tagesordnung. Die Umweltpartei will damit mehr Sauberkeit bei großen Sausen in der City erreichen.
"Als ein Pfandsystem beim Spitzenfest im Vorjahr erstmals ausprobiert wurde, hat es gut funktioniert", sagt Grünen Fraktionschef Michael Rannacher der "Freien Presse". Die Reinigung der Stadt sei hinterher deutlich einfacher gewesen, hat er beobachtet und wünscht sich ähnliches auch beim Plauener Frühling und beim Plauener Herbst. "Nicht zuletzt kann auch der Kunststoff sortenrein getrennt werden", begründet Rannacher.
Erstmals wurde beim Spitzenfest voriges Jahr bei der Ausgabe von Bierbechern Pfand aufgeschlagen. Neben dem kühlen Blonden ging ein Chip mit über die Theke, mit dem anschließend die Rückgabe des Pfandes geltend gemacht werden konnte. Dass das funktioniert hat, sieht auch Bürgermeister Uwe Täschner (parteilos) so. Er gestaltet im Vorstand des Spitzenfestvereins Plauens wichtigstes Stadtfest maßgeblich mit. Laut Täschner soll das Pfandsystem in diesem Jahr ausgeweitet werden. "Nicht nur Bierbecher, sondern alle Getränkebecher werden mit Pfand belegt", kündigt er an. Das Erscheinungsbild der Stadt hätte sich deutlich verbessert. "Die Gäste sollen doch nicht als erstes über leere Bierbecher stolpern", meint Täschner. Auch im Vogtlandstadion sei vor einigen Jahren ein Pfandsystem eingeführt worden. Täschner: "Seitdem müssen nicht mehr nach jedem Spiel die Nachwuchsfußballer mit den gelben Säcken stundenlang über die Traversen ziehen."
Neben dem Spitzenfest zielt der Grünen-Antrag auch auf die beiden weiteren großen Stadtfeste, Plauener Frühling und Plauener Herbst. Beide werden von der Initiative Plauen veranstaltet. Dort wurde das Thema diese Woche im Vorstand diskutiert, sagt der Vorsitzende, Steffen Krebs. "Nicht zum ersten Mal", wie er anmerkt. Bereits vor drei Jahren habe man sich damit auseinandergesetzt. "Damals wurde die Einführung eines Pfandsystems mehrheitlich abgelehnt", erzählt er. Man fürchtete den Aufwand. Jetzt habe der Verein das Für und Wider neu diskutiert. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Krebs: "Wir befinden uns noch in der Meinungsbildung. Aber wir wollen uns nicht verschließen", erklärt der Vorsitzende.
Die schnelle Einführung eines Pfandsystems sei ohnehin nicht möglich, bemerkt Krebs. Denn das müsse mit Gastronomen vertraglich vereinbart werden. "Verträge für die Feste werden bereits im Januar geschlossen", informiert er. Bei nachträglichen Änderungen sei man auf das Wohlwollen der Vertragspartner angewiesen.


