Plamag-Beschäftigte fürchten Stellenabbau
Chefetage diskutiert künftiges Personalkonzept und strategische Weichenstellungen
Plauen. Plauen. Viele der knapp 900 Beschäftigten des Werks Plamag Plauen von Manroland haben Angst um ihren Arbeitsplatz. In der Belegschaft wird die Frage diskutiert, bis zu welchem Bestand das Personal abgebaut werden kann, ohne dass es zu Lasten der Fertigungstiefe geht. "Wenn die Mitarbeiterzahl unter eine bestimmte Grenze sinkt, kann dicht gemacht werden", heißt es. Genährt werden die Befürchtungen vor allem durch den langfristig geplanten Personalabbau: Bis zum Jahr 2013 gehen rund 200 Mitarbeiter in Altersteilzeit.
Außerdem wurden im Zuge der Wirtschaftskrise bereits 48 Stellen gestrichen. Udo Meier vom Betriebsrat teilt die Befürchtungen. "Das ist in der schwierigen wirtschaftlichen Situation eine reale Gefahr. Wir müssen aufpassen, dass die Arbeitsfähigkeit nicht gefährdet wird, wenn zu viele freiwerdende Stellen nicht wieder besetzt werden."
Manroland hält sich zu dem Thema bedeckt. Die von "Freie Presse" dazu gestellten Fragen hat Pressesprecher Thomas Hauser nicht beantwortet. "Details werden im Moment intern diskutiert. Wir bitten um Verständnis, dass wir nähere Informationen erst zu einem späteren Zeitpunkt und zuerst an die Belegschaft geben", heißt es.
Eine hohe Fertigungstiefe ist, vereinfacht ausgedrückt, dann erreicht, wenn viele Leistungen auf dem Weg zum fertigen Produkt im Unternehmen selbst vorgenommen werden. Beispielsweise wenn eine Maschine nicht nur gebaut, sondern auch entwickelt wird. Deshalb betrachtet die Belegschaft den Abbau so genannter indirekter Funktionen wie von technischen Zeichnern, Vertriebs- und Servicemitarbeitern mit Argwohn. Betriebsrat Meier setzt darauf, dass freiwerdende Stellen auch durch eigene Lehrlinge wieder besetzt werden. Aktuell gibt es in der Plamag etwa 60 Auszubildende. "Wir kämpfen dafür, dass sie unbefristet übernommen werden." Derzeit werden die jungen Leute häufig auf ein Jahr befristet eingestellt.
Das derzeitige Marktumfeld erfordert laut Hauser strategische Weichenstellungen. Vor dem Hintergrund rückläufiger Aufträge und "eines künftig dauerhaft niedrigeren Marktvolumens hat Manroland ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Zukunftssicherung auf den Weg gebracht". Das Management setzt auf Maßnahmen wie Reduzierung der Zeitkonten und Kurzarbeit.
Zum anderen laufen tief greifende Projekte für die langfristige Anpassung der Werks- und Fixkostenstrukturen. "Die aktuelle Ausarbeitung und Umsetzung der Konzepte über alle drei Standorte (Augsburg, Plauen, Offenbach) soll zur nachhaltigen Verbesserung von Auslastung und Wirtschaftlichkeit beitragen", sagt Hauser.


