Die Solisten und Chorsänger des Theaters Plauen-Zwickau haben am Sonntag auf der Parkbühne zur öffentlichen Probe gesungen und getanzt wie zur Premiere. "Es muss mit Applaus gerechnet werden", hatte Regisseur Rainer Wenke den Akteuren versichert und Recht behalten.
Foto: Helmut Schneider
Premierengefühle auf Probe
Erster Blick auf das Sommerspektakel "My Fair Lady" im Parktheater: Guter Klang, rasante Bewegung und Humor
Plauen. Plauen. Noch war alles nur Probe für das Sommerspektakel des Theaters Plauen-Zwickau: Doch die Bänke sind am Sonntag im Plauener Parktheater bereits mit vielen gut gelaunten Zuschauern besetzt gewesen. Bestens aufgelegte Solisten und Chöre sangen und tanzten nach der Pfeife von Regisseur Rainer Wenke, Applaus nach jedem Auftritt - die öffentliche Probe des Musicals "My Fair Lady" hat sich wie eine Premiere angefühlt. Das Finale: "Bringt mich pünktlich zum Altar", das Paradestück für Martin Scheepers als volkstümlicher Trunkenbold Alfred P. Doolittle.
Regisseur Wenke, er hat bisher die Open-Air-Spektakel des Theaters Plauen-Zwickau auf die Parkbühne gestemmt, am Sonntag scherzend zu den Neugierigen: "Ah, wehe ich sehe jemanden von Ihnen am Samstag nicht zur Premiere! Wir haben noch viel mehr zu bieten." Zur Werkauswahl für diesen Sommer meinte er: "Das ist eines der besten Musicals, wenn nicht das beste", und: "Mit liebenswerten Gestalten und Melodien, bei denen man mitsingen und mittanzen möchte."
Die ersten Hörproben wirkten viel versprechend: Uta Simone, sie gehört zum Stammensemble des Theaters, zeigte mit der Partie des Blumenmädchens Eliza Doolittle, dass sie ebenso schnoddrig, radebrechend wie glockenhell klar singen und mit Charme spielen konnte. An ihrer Seite deutete Gastsolist Alexander Kerbst als Professor Higgins höchst elegante Konturen an. Zudem erfreute der ehemalige Sänger des Leipziger Thomanerchores mit gestaltungskräftiger Stimme.
Für Bewegung sorgte Gastchoreographin Katja Erfurth: "Wir haben viel gearbeitet, sind oft aus der Puste geraten." Bis Samstag müsse noch der Feinschliff vollbracht werden. Die Palucca-Schülerin und ehemalige Tänzerin der Sächsischen Staatsoper Dresden kommandierte nicht nur die Solisten, sondern auch den Opernchor sowie die Singakademien aus Plauen und Zwickau. Pianist Matthias Spindler ersetzte das Orchester, das erst in dieser Woche dazustößt. Die musikalische Leitung liegt bei Stefan Müller, der am Sonntag zwischen den Zuschauern stehend den Dirigentenstab geschwungen hatte. Die Kostüme von Andrea Eisensee waren noch abwesend. Ein erster Blick auf das Bühnenbild von Philipp Kiefer, dem Ausstattungsleiter des Theaters, ließ eine funktionale Architektur erkennen.
Nach der Premierenvorstellung folgen im Plauener Parktheater bis Sonntag, 4. Juli, vier Vorstellungen. Eine weitere Serie wird ab Freitag, 27. August, auf der Freilichtbühne am Schwanenteich in Zwickau gezeigt. Tickets seien bereits eine Menge über die Theke im Besucherservice des Theaters gegangen: "Wir liegen weit im vierstelligen Bereich", sagte Stefan Bausch, der Musikdirektor der Bühnen. "Ein Vorprogramm wird es auch wieder geben", er setzte geheimnisvoll hinzu: "Wir erwarten sogar die Queen persönlich." Die Besucher können eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im oberen Bereich des Plauener Parktheaters die aus den vorigen Jahren gewohnte Partymeile absolvieren und Tanzvorführungen erleben.
"Die dunkle Wolke zieht vorüber. Was wir alles können", sagte am Sonntag zum Schluss Rainer Wenke zufrieden. Die Sonne schien.
Service
Die Premiere im Parktheater Plauen: Samstag, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen: Sonntag, 27. Juni, 14.30 Uhr; Freitag, 2. Juli, 20 Uhr; Samstag, 3. Juli, 20 Uhr; Sonntag, 20 Uhr.


