Talsperre plant mehr Platz für Nackedeis
Pöhler Zweckverband denkt über weiteren FKK-Strand am Gunzenberg nach - Auch Hundehalter könnten profitieren
Pöhl. Pöhl. Möglicherweise bekommen die Nackedeis an der Talsperre Pöhl demnächst einen weiteren Badeplatz. Bisher ist das freizügige Schwimmen und Sonnen lediglich am Helmsgrüner Ufer gestattet und wird seit Jahrzehnten gerne angenommen. Gerade heuer, an den heißen Juni- und Juli-Tagen, tummelten sich dort Tausende.
Selbst an der gegenüberliegenden Seite des Stausees, an einem etwas abseits gelegenen Gelände nahe dem Campingplatz Gunzenberg, sind wiederholt FKK-Anhänger gesichtet worden, bestätigt Nadine Jebas, Geschäftsführerin des Talsperrenzweckverbandes. "Wir beobachten das sehr genau, sehen aber noch keinen Grund, dagegen etwa mit Sanktionen wegen Erregung eines öffentlichen Ärgernisses vorzugehen", sagt sie.
Stattdessen wird überlegt, ob das nackte Treiben in Teilbereichen des Gunzenberges sogar legalisiert werden könnte. Sozusagen als zusätzliches Angebot für Camper, die sich auf dem Gelände zeitweise oder die ganze Saison über aufhalten und dafür Gebühren zahlen.
Damit kämen die Touristiker an der Talsperre Pöhl sogar einem Trend in der Gesellschaft nach. Zum bekannten Nacktbaden sind längst ähnliche Freizeitaktivitäten wie Nacktwandern, Nacktradeln und Nacktrudern hinzu gekommen.
Laut Kurt Fischer, Präsident des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur, haben die dort zusammengeschlossenen Vereine 45.000 Mitglieder. Sogar geschätzte sieben Millionen Deutsche seien inzwischen Anhänger des nackten Badens, das entspricht fast zehn Prozent der Bevölkerung.
Von den Überlegungen, Veränderungen am Gunzenberg vorzunehmen, könnten sogar Hundebesitzer profitieren. Denn auch über einen weiteren Hundestrand wird nachgedacht, sagt Jebas. Die Pöhl-Chefin reagiert damit auf entsprechende Camper-Wünsche, die in der Vergangenheit bei ihr eingingen.
Neun solche Hundestrände sind vor fünf Jahren rund um die Talsperre eingerichtet worden, um dem ständigen Streit zwischen Badegästen ohne und jenen mit ihren vierbeinigen Begleitern begegnen zu können. Allerdings klafft zwischen dem Bereich Kletterwald und dem Areal südlich des Campingplatzes Gunzenberg eine große Lücke, die so geschlossen werden könnte, sagt Jebas beim Blick auf die Karte. Endgültig entschieden sei allerdings noch nichts.


