Henry und Helmut Frank (links) präsentieren im Circus Arena eine Pferdeshow. Vorstellungen auf dem Festplatz an der Plauener Festhalle finden nochmals am Wochenende statt.
Foto: Ellen Liebner
Tierdressuren ohne einarmigen Handstand
Circus Arena gastiert in Plauen - Humane Dressuren: Tiere werden in keine Rollen gezwungen, sondern können sich wie in der Natur verhalten
Plauen. Plauen. Ein kleiner Circus mit vielen Besonderheiten, so lässt sich der Circus Arena am Besten beschreiben, der gerade auf dem Platz vor der Festhalle gastiert. "Wir sind gern in Plauen, haben viele Erinnerungen an diese Stadt", sagt Direktor Georg Frank. Etwas wird für ihn unvergesslich bleiben: Als der Circus nach der Wende das erste Mal in Plauen zu Gast war, traute sich der damalige Oberbürgermeister Rolf Magerkord auf einen Elefanten. Heute hat sich viel verändert und der Circus setze sich, laut Frank, besonders durch die humanen Dressuren von anderen Circussen ab.
"Wir hatten Giraffen, Elefanten und Affen, doch das geht einfach nicht mehr", erklärt der Direktor. Humane Dressuren werden heuer nur noch mit Haustieren wie Hunden durchgeführt, erzählt Frank. Auch Pferde, Ziegen, Dromedare und Kamele werden hinzugezählt. Der Direktor: "Tiere bei uns machen keinen Kopfstand oder einen einarmigen Handstand, das ist wider der Natur." Die Tiere werden stets in Freigehegen untergebracht und verhalten sich in der Manege so, wie sie es auch im normalen Leben gewohnt sind. "Sie müssen bei uns auch nicht für die Zuschauer sitzen, das passt nicht zu einem Tier wie einem Pferd", betont Frank. Tiere können sich normal entfalten.
Die Tiere im Circus Arena sind von klein auf mit dabei. "Sie werden bei uns geboren und sterben hier", so Frank. Das älteste Pferd im Bestand ist fast 40 Jahre alt und verbringt seinen Ruhestand im Circus, tritt schon längst nicht mehr in der Manege auf. "Das Pferd hat ein schönes Leben, ich könnte eines unserer Tiere nie einschläfern lassen, nur weil es nicht mehr für die Show taugt", sagt Frank. Zwar betreibt der Circus keine Zucht mehr, zu Nachwuchs kommt es dennoch regelmäßig.
Der Direktor: "Wird ein neues Pferd geboren, dann lassen wir es erst ganz natürlich heranwachsen, die Kindheit genießen." Mit zwei Jahren lässt die Mutter-Kind-Bindung nach und langsam kann das Jungtier mit der Manege in Kontakt kommen. Dabei werde das Tier aber nicht in Rollen gezwungen, sondern stets nach persönlicher Eignung an das Circusleben gewöhnt. Und das stets human, auf eine natürlich Art und Weise.
Der Circus verspricht damit eine Show, die dennoch nicht langweilig wird. Circusfreunde würden die Dressuren schätzen, zudem biete der Circus spannende Hochseilakrobatik und lustige Clownerei. Weltattraktionen liefere das Fernsehen genug, der Circusbesuch solle rundherum schön sein. "An erster Stelle steht die Unterhaltung, Kinder erfreuen sich an der Lichtershow und der Atmosphäre und Erwachsene können wieder zu Kindern werden", betont Circusdirektor Georg Frank.
Service:
Vorstellungen finden am Samstag auf dem Platz vor der Festhalle 15 und 18 Uhr statt, sowie am Sonntag, 11 Uhr.


