Trend hält an: Notaufnahme statt Hausarzt
Helios Vogtland-Klinikum will mehr Öffentlichkeit wagen -Steigende Behandlungszahlen -Cafeteria im neuen Klinikkomplex Ende 2010 fertig
Plauen. Plauen. Der Trend ist im Vogtland ungebrochen. Immer mehr Patienten meiden den Weg zum niedergelassenen Arzt und gehen direkt in die Notaufnahme des Helios Vogtland-Klinikums. Sie wissen, im Krankenhaus werden sie sofort untersucht, müssen keine lange Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt in Kauf nehmen. 53.700 Patienten wurden vergangenes Jahr ambulant behandelt, das sind insgesamt 1700 Fälle mehr als 2008.
Angst davor, dass er nicht stationär behandelt wird, muss trotzdem kein Erkrankter oder Verletzter haben. "Egal ob es 30.000, 40.000 oder sogar 50.000 Patienten im Jahr werden, wir behandeln jeden und weisen niemanden ab", legte sich Marcus Sommer, seit Dezember 2009 Geschäftsführer des Plauener Helios Vogtland-Klinikums, fest. Aber von diesen Zahlen sei man derzeit noch weit entfernt, sagte Sommer Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz. 24.600 Patienten wurden vergangenes Jahr in der Klinik stationär aufgenommen - eine Steigerung gegenüber 2008 um 1500 Fälle.
Diese Zahlen beweisen die große Akzeptanz des Plauener Klinikums bei der Bevölkerung, sagte Sommer. Insofern könne man von einem positiven Jahr sprechen. Auch über die Fortschritte am Neubau des Klinikkomplexes zeigte er sich erfreut. "Es ist uns gelungen, den Rohbau vor dem heftigen Wintereinbruch soweit fertig zu stellen, dass der Innenausbau wie geplant vorangehen kann", sagte Sommer. Deshalb werde die Cafeteria bereits Ende des Jahres ihrer Bestimmung übergeben. "Eine Verbesserung für Besucher und Mitarbeiter." Der Komplex soll im Mai 2011 eröffnet werden.
Als wichtige Aufgabe im laufenden Jahr sehen Sommer und der Ärztliche Direktor, Dr. Lutz Kowalzick, die Verbesserung der Transparenz und Wirkung nach Außen. Die etablierte und laut Klinikum beliebte Mittwochsvorlesung wird fortgesetzt. Außerdem sollen in Zusammenarbeit mit den Chefärzten regelmäßig Fortbildungen für niedergelassene Ärzte und Kollegen in den umliegenden Krankenhäusern auf die Beine gestellt werden. Den Anfang macht die "Plauener Radiologische Runde" im März.
Außerdem hat das Helios Vogtland-Klinikum im intensivmedizinischen Bereich zulegen können. Die Anzahl der Überwachungseinheiten, das sind Intensivbetten mit integrierter Monitorüberwachung der Lebensfunktionen, wurden um sechs auf nun 42 Plätze erhöht.
Im Januar ist auf der Intensivstation ein neues Behandlungsverfahren für Patienten mit akutem Lungenversagen eingeführt worden. Vereinfacht gesagt wird dabei das Blut des Erkrankten außerhalb des Körpers unter anderem mit Sauerstoff angereichert. Es wird angewendet, wenn die Lunge den mechanischen Belastungen einer herkömmlichen Beatmungsmaschine nicht standhält. In Sachsen kommt es nur noch in Leipzig zur Anwendung.


