Große Brocken verhindern seit ein paar Tagen das Parken vor der Kita Knirpsenburg.
Foto: Ellen Liebner
Vermieter legt Eltern Steine in den Weg
AWG sperrt mithilfe großer Brocken die Parkplätze vor der Kindertagesstätte Knirpsenburg
Plauen. In der Albert-Schweitzer-Straße knirscht's derzeit gewaltig: Die Eltern der 166 Kinder, die in der Knirpsenburg betreut werden, können vor der Kindertagesstätte nur noch eingeschränkt parken. Grund: Die AWG Wohnungsgenossenschaft hat dort kürzlich mithilfe großer Steine 14 Stellflächen gesperrt. Nur vier Parkplätze sind geblieben - morgens und nachmittags werden jetzt die Parkmöglichkeiten direkt vor der Kita knapp.
Parkplatznot zu Stoßzeiten
"Zu Stoßzeiten ist die Situation prekär", beschreibt Sylvia Ladek-Seifert, stellvertretende Kita-Chefin, die Situation. Wütende Eltern berichten von Chaos. "Hat die AWG keine anderen Probleme? Stichworte Wohnungsleerstand, Rückbau, Renovierungen?", schimpfen Hajo und Andrea Stichler, deren Kind die Kita besucht. "Was im Winter los ist bei Schnee, wenn alles zugeschoben ist, daran wollen wir noch gar nicht denken", sagen sie. Selbst Strafzettel sollen schon verteilt worden sein - Eltern hatte ihre Fahrzeuge auf die Freifläche neben den gesperrten Parkplätzen abgestellt. Doch diese Fläche dient als Feuerwehrzufahrt.
Die Situation ist vertrakt: Die Kindereinrichtung liegt im Wohngebiet Chrieschwitzer Hang, einem Stadtteil, den immer weniger Menschen bewohnen. Einst stand genau gegenüber der Kindertagesstätte ein Plattenbau - mangels Bewohnern musste dieser jedoch abgerissen werden.
Was blieb, war der Parkplatz. Bislang hatte die AWG die 14 Stellflächen bewirtschaftet - sie war zuständig für den Winterdienst, für die Pflege, musste die Haftpflicht für eventuelle Schäden an Fahrzeugen übernehmen. Die Genossenschaft will jedoch nicht länger für eine Fläche aufkommen, die deren Mieter gar nicht nutzen. "Unsere Kaltmieten sollen für die Reparatur und den Unterhalt unserer Wohngebäude verwendet werden. Wir wollen damit keine öffentlichen Parkplätze unterhalten. Das ginge zulasten der Genossenschaft", sagt AWG-Chef Roland Mehlhorn. Eine konkrete Summe, wie viel der Unterhalt des Parkplatzes bislang kostete, kann der Vermieter nicht nennen.
Mehlhorn ist dennoch um Schadensbegrenzung bemüht: Er verweist auf einen Alternativvorschlag, den er der Kita unterbreitet hatte: "Wir haben der Kita angeboten, dass sie die Flächen kostenfrei nutzen kann, aber auch die Pflichten übernimmt." Auf diese AWG-Offerte konnte und wollte die Knirpsenburg-Leitung aber nicht eingehen. "Wir können als Kita die Kosten für die Verkehrssicherungspflicht nicht aufbringen", sagt Sylvia Ladek-Seifert. Die Arbeiterwohlfahrt ist Trägerin der Kita, das Gebäude gehört der Stadt. Nur die Parkflächen sind in Besitz der AWG - eine Lösung ist nicht in Sicht.


16:28 Uhr
gelöschter Nutzer: Mensch, stellt halt ein großes Schild auf mit "Betreten, Befahren und Parken auf eigene Gefahr, für Personenschäden und Schäden an Fahrzeugen wird keinerlei Haftung übernommen" und lasst die Eltern zwei mal ne viertel Stunde am Tag dort parken. Ich dachte im Westen ist es schon schwer Kinderbetreuung und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Jetzt werden einem im Osten auch noch sprichwörtlich Steine in den Weg gelegt. Man ist im Vogtland halt einfach auf ein Auto angewiesen, warum darf man mit seinen Kleinen dann nicht mal kurz direkt vor der Tür der KITA parken, wenn man es z.B. früh eilig hat zur Arbeitsstätte zu kommen???
16:14 Uhr
crashy9708: Mein Vorschlag:
Warum gründet die Kita keinen gemeinnützigen Förderverein und bittet die Eltern mit einem Monatsbeitrag von 1-2 ? diesem Verein beizutreten?
Dann beantragt der Verein bei der zuständigen Staatsanwaltschaft die Zuweisung von Geldbußen, die vorher entweder anderen Verkehrsteilnehmern abgeknöpft wurden oder aus anderen Strafsachen kommen für den Verein.
Genug Verkehrsdelikte gibt es ja im Vogtland und bestimmt sind auch diverse Eltern schon mal dabei gewesen. Dann wissen die wenigstens, dass ein Teil des Geldes an sie zurück fließt.
Das erfordert natürlich auch die aktive Mitarbeit der Eltern in einem solchen Verein und für unsere Kleinen und für unsere Bequemlichkeit, da sollte doch wenigstens hier mal "der Groschen fallen" und nicht immer alles den Trägern der Kitas überlassen werden, auch wenn die Kita-Gebühren seit der Wende ins Unermessliche gestiegen sind.
Wer das Eine will, der muss eben auch dafür arbeiten.
So funktioniert nun mal die "Marktwirtschaft"!
11:01 Uhr
Lockenlilly: Es gibt doch sicherlich in der Nähe der Kita weitere Parkmöglichkeiten, als genau vor der Haustür?
Warum läuft man nicht einfach 5 Minuten? Oder bringt sein Kind zu Fuß in die KiTa? Ich versteh die Aufregung wirklich nicht.