Vorhang im Kino fällt am 28. März
Hoffnungsfunke im Capitol-Thriller: Kino-Technik bleibt im Hause - Kein Happy-End für 16 Mitarbeiter
Plauen. Plauen. Die Plauener können es noch nicht so richtig glauben, dass das einzige Kino der Stadt Ende März dicht macht. Die Fakten sprechen aber eine eindeutige Sprache: Auf Anfrage von "Freie Presse" hat der Betreiber, die Kinokette Cinestar mitgeteilt, dass am 28. März zum letzten Mal gespielt wird. Das Haus ist von im Ausland sitzenden Eigentümern zwar bis 31. März gepachtet. Man benötige jedoch einige Tage, um es "zur Rückgabe an den Vermieter vorzubereiten", so Pressesprecherin Stefanie Schmidt.
Einen kleinen Hoffnungsfunken gibt es dennoch, denn das bedeute nicht, dass Projektoren "oder andere wesentliche Kinoausrüstungsgegenstände abmontiert werden", lässt die Cinestar-Sprecherin weiter wissen. Die verbleiben im Gebäude. Was nicht "im Gebäude verbleiben" kann, das sind die 16 Mitarbeiter des Capitols - sowohl Vollzeit- als auch Hilfskräfte. Den Frauen und Männern sei gekündigt worden. Man bedaure das. Aber eine Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens sei nicht möglich. Wie aus dem Malzhaus zu hören ist, sollen einige Mitarbeiter dort während des ab April verstärkt geplanten Kinobetriebes eingesetzt werden.
Wie die Chancen einer Wiedereröffnung stehen, scheint nach wie vor ungewiss. Gerrit Sperling von der mit dem Vermieten des Objekts beauftragten Firma WVB Centuria in Berlin: "Es gibt keinen neuen Sachstand." Man sei weiter auf der Suche nach einem neuen Mieter.
An dieser Suche hat sich inzwischen auch Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) beteiligt: "Wir haben 30 Kinobetreiber angeschrieben", berichtet Pressesprecherin Silvia Weck. Einige hätten zumindest teilweise Interesse bekundet. Man werde die Informationen an die Eigentümer weiterleiten. Dennoch stünden die Chancen schlecht, dass der Betrieb nahtlos fortgeführt werden könne. Ob und wann die Bilder wieder flimmern an der Bahnhofstraße, hänge von den Verhandlungen möglicher Interessenten mit dem Immobilienverwalter ab. Die Suche nach dem im Februar letztlich abgesprungenen Unternehmer aus der Region hatte sich als äußerst schwierig und die Verhandlungen mit ihm als langwierig erwiesen. Die Sache zog sich fast über ein Dreivierteljahr hin - und scheiterte am Ende doch.


