Schwimmmeister Harry Gemeiner Für Schwimmmeister Harry Gemeiner könnte es die letzte Saison gewesen sein. Dies auch deshalb, weil die Besucher wetterbedingt oft ausgeblieben sind. Gemeiner hofft noch immer, dass sich bald ein neuer Pächter findet. Denn die Arbeit hat ihm Spaß gemacht.

Foto: Thomas Voigt

Waldbad: Zukunft erneut auf der Kippe

Die Gemeinde Rosenbach braucht einen neuen Pächter für das Bad im Ortsteil Rodau

Rodau. Am Mittwoch trifft sich Steffi Theeg mit Heike Löffler im Rodauer Waldbad. Die Vorsitzende des Bad-Fördervereins und die Chefin des Fremdenverkehrsvereins Rosenbach wollen bei dem Ortstermin auch darüber reden, wie es mit der Freizeiteinrichtung weitergehen kann. Denn deren Zukunft steht erneut in den Sternen. Pächter Dieter Gemeiner hat schon vor Monaten angekündigt, seinen Vertrag mit der Kommune nicht mehr zu verlängern. Der Inhaber eines Handwerksbetriebes in Plauen geht in Rente. Sein Bruder Harry, der in Rodau als Schwimmmeister beschäftigt ist, würde zwar weitermachen, doch dann müsste bald klar sein, ob es einen neuen Betreiber gibt. "Ich will nicht arbeitslos werden, muss mir also etwas Neues suchen. Wenn ich fündig werde, stehe ich als Schwimmmeister nicht mehr zur Verfügung", sagt Harry Gemeiner.

"Wir werden das Bad jedenfalls nicht betreiben", stellte Rosenbachs Bürgermeister Achim Schulz (FDP) am Dienstag wiederholt klar. Damit befindet sich die Freizeiteinrichtung in einer ähnlichen Situation wie 2005. Auch damals zog sich der alte Pächter zurück, aber Dieter Gemeiner die Karre aus dem Dreck. Und er brachte sich auch finanziell ein. Neben den öffentlichen Zuschüssen, die sich jährlich zwischen 10.000 und 15.000 Euro bewegen, legte Dieter Gemeiner eigenen Angaben zufolge noch einmal gut die Hälfte der Summe drauf - allein für den laufenden Betrieb.

Hinzu kommt, dass die Sommer in den vergangenen Jahren nicht die erhofften Einnahmen brachten. 150 bis 200 Besucher müssten es laut Schwimmmeister Gemeiner sein. Die habe man bestenfalls im August annähernd erreicht.

"Wir müssen im Gemeinderat darüber reden", verbreitete Bürgermeister Schulz Hoffnung, dass sich Rosenbach nicht schon ganz vom Bad verabschiedet hat. Möglicherweise werde ja neu ausgeschrieben.

"Die Gemeinde tut einfach zu wenig", findet hingegen Fördervereinschefin Theeg. Das inmitten von Natur gelegene Bad sei doch ein bewahrenswertes Kleinod, dessen Wert man offenbar erst erkenne, wenn es nicht mehr ist. Geld, das wie im Sommer in die rund 155.000 Euro teure Sanierung des Leubnitzer Dorfplatzes geflossen ist, hätte auch dem Bad gut getan. Zumal der Freizeiteinrichtung die Bauarbeiten sogar noch geschadet hätten. "Durch die Straßensperrung kamen weniger Besucher", ist Theeg überzeugt und verlangt Wiedergutmachung.

Fremdenverkehrschefin Löffler bringt am Mittwochheh noch Michaela Ziegebalg mit. Die Touristik-Expertin erstellt gerade ein Konzept, dass Rosenbach darin unterstützen soll, Teil der Anbietergemeinschaft "Urlaub in Sächsischen Dörfern" zu werden. Das Familienbad dürfe bei dieser Betrachtung nicht außen vor gelassen werden, meint Löffler.

 
erschienen am 18.10.2011 ( Von Thomas Stranz )
 
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