Wetter-Extreme bescheren Rekorde

Am Dienstag ist der meteorologisch letzte Sommertag - Hitze- und Niederschlags-Spitzenwerte in Plauen eingestellt

Plauen. Plauen. Affenhitze, Sturzfluten und Novembertristesse: Der Sommer des Jahres 2010 geht in Plauen mit Extremwerten in die Geschichte ein. Auch wenn bis zum kalendarischen Herbstanfang noch drei Wochen Zeit sind, Meteorologen verabschieden den Sommer bereits am 31. August.

Der Sommer selbst hat sich längst aus dem Staub gemacht. Am Montagmorgen zeigte er mit einstelligen Frühtemperaturen allen die kalte Schulter. In der Bilanz der Spitzenwerte seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1880 bleiben jedoch zwei andere Werte: Plauen erlebte sowohl den Tag mit dem wärmsten Tagesmittel - eingestellt am 11. Juli mit 27,6 Grad - als auch den Tag mit der größten Niederschlagsmenge binnen 24 Stunden. Diese wurde mit 114,1 Liter pro Quadratmeter am 23. Juli gemessen. Das war jener Tag, als in Taltitz ein Damm zu brechen drohte.

Aufgezeichnet hat die Daten der Plauener Wetterbeobachter Manfred Bock. Seit 50 Jahren beschäftigt er sich mit den Werten rund um Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer. Sein Fazit: "Das waren in diesem Jahr absolute Extreme." Im Juli brannte die Sonne erbarmungslos. 246,1 Stunden registrierte Bock - fast ein Drittel länger als üblich. Im August machte sich Klara dagegen rar. "80 Prozent des normalen Wertes - mehr wird's nicht werden", meinte er am Montag mit Blick zum Himmel.

Aus den Wolken tröpfelte es häufig - was die ohnehin bereits stolze Regenbilanz für August weiter in die Höhe trieb - 240 Prozent des langjährigen Mittels stehen zu Buche. "Fast jeden Tag gab es Niederschlag", sagt Bock. Trocken blieb es am vorletzten Wochenende - da kratzte am 22. August mit 29,3 Grad das Quecksilber noch einmal an der 30-Grad-Marke. Mitte Juli war die beinahe Standard. Der höchste je gemessene Wert in Plauen - 36,9 Grad im Sommer 2003 - wurde jedoch nicht geknackt. Mit 36,4 Grad am 12. Juli fehlte allerdings nicht viel. "Gestern war es dagegen für August schon viel zu kalt", meinte der Wetterbeobachter.

Unter den Extremen zu leiden hatten alle jene, die auf normale Verhältnisse unter freiem Himmel angewiesen sind. Dazu gehören die Bauern, die die schlechteste Kornernte seit 35 Jahren eingefahren haben. Aber auch Freiluft-Gastronomie und wetterabhängige Freizeitangebote mussten Einbußen hinnehmen. "Uns fehlen mit Blick auf die gesamte Saison rund 30 Prozent der Gäste", bilanziert Jörg Böhm, Betreiber des Hochseilgartens an der Talsperre Pöhl. "Der April und Mai waren zu nass, der Juni durchschnittlich, der Juli zu heiß und der August wiederum zu nass und jetzt auch zu kalt."

 
erschienen am 30.08.2010 ( Von Tino Beyer )
 
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