Kriminalhauptkommissar Klaus Grimm (links) und Wilhelm Felix von der Kriminaltechnik während der Spurensicherung.
Foto: Franko Martin
29 Tonnen Aluminium-Band gestohlen
Firmen in Mylau sind entsetzt
Mylau. Die Polizei hat am Montag den Tatort sowie Spuren gesichert und den Umfang des Schadens erfasst: Die zwei betroffenen Unternehmen an der Ernst-Thälmann-Straße in Mylau vermissen geschätzte 29 Tonnen Aluminium-Band, Edelstahl und Kupfer. Der Schaden wird mit über 115.000 Euro beziffert.
Die Firmen gehören zu Mahle Behr Industry Reichenbach. "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sagen, als dass es den Diebstahl gab, um die Ermittlungen nicht zu gefährden", so Konzern-Pressesprecherin Stefanie Thiel aus Stuttgart. Die Unternehmen in Mylau produzieren Teile für Motorräder und für die Industrie.
In der Zeit zwischen Samstag, 17.30 Uhr, und Sonntag, 21.45 Uhr, müssen die Täter eine im oberen Teil des Grundstücks gelegenen Halle aufgebrochen sowie von einer überdachten Freifläche das schwere Material abtransportiert haben. Sie seien mit brachialer Gewalt vorgegangen worden, sagte Jan Meinel, Pressesprecher der Polizeidirektion Südwestsachsen. Das Tor zur Halle ist zerstört worden. Beschädigt wurden außerdem ein Eingangstor zum Firmengelände und ein Gabelstapler.
Ein Großteil des Materials, das sich auf Rollen befand, war erst am Freitag angeliefert worden. Diese große Menge sei eher ungewöhnlich gewesen. "Hier handelt es sich um einen Metalldiebstahl im großen Stil. So etwas muss von langer Hand vorbereitet sein. Vielleicht hat jemand gewusst, dass diese Menge dort lagert", meint der Pressesprecher. Vor kurzem habe es einen Diebstahl von Kupferrollen im Gewerbegebiet an der Bundesstraße 94 gegeben, der ähnlich abgelaufen sein könnte. Deshalb gehe die Polizei von Verbindungen zur Region aus. "Vermutlich wurde alles mit einem Gabelstapler aufgeladen. Für den Abtransport wurden entweder zwei Lastwagen oder ein Lkw mit Hänger benötigt", so Meinel.
Seit Sonntagabend ermitteln Beamte der Polizei am Tatort und befragen Nachbarn. Zeugen haben in der Nähe des Tatortes am Samstagabend ein weißes Fahrzeug mit Hänger gesehen, das für den Materialklau in Frage komme.
Die Polizei bittet um Hinweise zur Aufklärung, vor allem zu dem weißen Spezialfahrzeug für Rollcontainer sowie zu blauen Containern, die mit entwendet wurden. Außerdem werden alle Annahmestellen von Altmetall um besondere Aufmerksamkeit gebeten. "Dieses nicht verarbeitete Rohmaterial sollte auffallen", meint der Pressesprecher.
Einen weiteren Fall versuchten Metall-Diebstahls hat es am Sonntag auf dem Gelände des Steinbruchs Rentzschmühle in der thüringischen Gemeinde Vogtländisches Oberland gegeben. Der Bruch grenzt unmittelbar an die sächsische Kommune Pöhl. Dort wollten zwei Männer mehrere Rollen Kupferkabel entwenden. Ein Zeuge alarmierte dort die Polizei. Beamte der Polizeiinspektion Greiz stellten die Täter, die Kupferkabel wegtragen wollten. In der Nähe hatten die Täter ihr Fahrzeug abgestellt. Die zwei Männer aus Sachsen wurden festgenommen.
Hinweise zu dem Fall in Mylau werden erbeten vom Polizeirevier Auerbach, Telefon 03744 2550.


