Radarfalle Sicher ein kleiner Schock Mittwochvormittag für manchen Autofahrer auf der B 173 in Obi-Nähe. Allerdings wurde der mobile Blitzer eines privaten Anbieters nur getestet. Zu schnell waren immerhin fast alle Autofahrer, da der Blitzer auf Tempo 30 eingestellt war. Das Gerät stand allerdings näher am Ortsausgang, als der Fotograf Wind von der Aktion bekam, war es schon demontiert und wurde deshalb ins Foto montiert.

Foto: Franko Martin/Stadt

B-173-Radarfalle schlägt noch nicht zu

Reichenbach testet Messgeräte für den Einsatz auf städtischen Straßen - Einsatzschwerpunkte folgen Raster-Plan

Reichenbach. Reichenbach. Wer am Mittwochvormittag auf der B 173 kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Neumark ein schlechtes Gewissen bekommen hat, muss deshalb nicht gleich in Panik geraten. Der dort aufgestellte mobile Blitzer war zwar scharfgeschaltet, ein Strafmandat flattert Temposündern dennoch nicht ins Haus. Der Grund: Die Stadt Reichenbach testet derzeit Messgeräte mehrerer Anbieter, um für die Straßen der Stadt den passenden Blitzer zu finden. "Wir gehen davon aus, dass unsere Tests Ende Mai abgeschlossen sind, richtig geblitzt werden soll dann ab Juli", sagte am Mittwoch Anja Dehmel, in der Stadtverwaltung für die Einrichtung einer Bußgeldstelle zuständig.

Hintergrund: Seit 1. Januar greift in Sachsen die so genannte "Blitzer-Verordnung", wonach alle großen Kreisstädte sowie Verwaltungsgemeinschaften mit mehr als 10.000 Einwohnern auf ihren Straßen blitzen dürfen. Eine Aufgabe, die bisher die Landkreise wahrnahmen. Mit der wechselnden Zuständigkeit ahndet nun Reichenbach alle Ordnungswidrigkeiten im ruhenden und fließenden Straßenverkehr in der Stadt und in Heinsdorfergrund. Dafür muss jetzt ein Blitzer her, der auch auf Grund hoher Anschaffungskosten für ein Gerät geleast wird. "Über mögliche Leasingkosten kann ich aber noch keine Auskünfte geben", sagt Anja Dehmel. Klar ist jedoch, dass der Blitzer Leasing-Raten sowie Betriebskosten für das Gerät einspielen sollte. "An erster Stelle steht aber die Verkehrssicherheit auf den Straßen der Stadt", betont Anja Dehmel.

Um die neuralgischen Punkte herauszufinden, wird in Reichenbach parallel zu den Blitzer-Tests derzeit fleißig gezählt und ausgewertet. Stadt-Mitarbeiter sind mit einem blitzerähnlichen Gerät unterwegs, um das Verkehrsaufkommen auf den Straßen zu ermitteln. "Anhand dieser Daten überziehen wir dann quasi eine Stadtkarte mit einem Raster. Das zeigt dann die Punkte, an denen der Blitzer am ehesten zum Einsatz kommt", skizziert Anja Dehmel die nächsten Schritte. Denkbar sind unter anderem Straßen vor Schulen und Kindergärten, auch der lange als Unfallschwerpunkt geltende Bereich der B 94 an der Krankenhauszufahrt spielt bei den Überlegungen sicher eine Rolle.

Die Blitzer-Tests stellen im Vogtland derzeit wohl einen Alleingang dar. Die vor dem Greifen der "Blitzer-Verordnung" von Reichenbach, Oelsnitz und Auerbach erwogene "Blitzer-Gemeinschaft" scheint damit vom Tisch. Laut Anja Dehmel gibt es in Oelsnitz noch keine derartigen Initiativen, Auerbach wolle gar nicht blitzen. Fazit mit Augenzwinkern: Zumindest nach der Aktion am Mittwoch hätte es in der Reichenbacher Stadtkasse ordentlich geklingelt. Die 100 innerhalb einer dreiviertel Stunde gemessenen Autos waren alle zu schnell. Anja Dehmel: "Um viele und gute Bilder für die Auswertung zu bekommen hatten wir das Gerät allerdings auf Tempo 30 eingestellt."

 
erschienen am 17.03.2010 ( Von Gerd Möckel )
 
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