Denkanstöße für bessere Stadt
Oberbürgermeister reagiert auf Vorschläge des VdK Reichenbach Vorsitzenden
Reichenbach. Als Vorsitzender des VdK Reichenbach und Mitglied des Seniorenbeitrates hat jetzt Hans Strohmeier in einem Brief an Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) und den Stadtrat Denkanstöße gegeben. Viele Mitglieder und auch Bürger haben ihm besonders drei Probleme mit auf den Weg gegeben. Der OB dankte Strohmeier für sein Engagement und bot auch ein persönliches Gespräch an.
Einkauf in der Innenstadt
Mit zunehmendem Alter wird Einkaufen zur Belastung, betont Strohmeier fest und hält fest: "Zur Zeit bekommt man in der Innenstadt keine Flasche Milch oder andere notwendige Lebensmittel. Nicht jeder hat einen Pkw, sondern muss zum Einkaufen mit dem Rollator oder Stock.
"Dabei gibt es auch Bauprobleme." Da der Umbau der ehemaligen Post nicht vorankommt und im benachbarten Kinderkaufhaus zwei Etagen leer stehen, schlägt Strohmeier vor, die Kinder- und Spielwaren zu verlagern und das Kinderkaufhaus nach dem Einbau eines Fahrstuhls voll als Kaufhaus zu nutzen, wie vor 1949 als "Freier Laden" oder ab 1949 als HO. Damit könnte auch der Neubau des Rewe an der Dr.-Külz-Straße entfallen. "Oder ist der Kreisverkehr das Zünglein an der Waage?", fragt der VdK-Chef. Den Kreisverkehr wolle der Investor ja gratis dazubauen...
OB Kießling verweist in seiner Antwort darauf, dass das Stadtentwicklungskonzept die Ansiedlung eines innenstadtnahen Einkaufsmarktes vorsieht. "Es liegt aber nicht mehr in unserer Hand, dies zu regeln. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft. Sowohl das Gebäude des ehemaligen Postamtes als auch das Kinderkaufhaus befinden sich in Privateigentum", stellt der OB klar.
Fahrplan für Praxisnachfolge
Der neue Rewe-Markt würde der Innenstadt am nächsten liegen. Als "Markt der Generationen" soll er seniorenfreundlich gestaltet werden. "Ihre Flasche Milch und andere Lebensmittel erhalten Sie auch im Feinkostladen am Markt 4", hält der OB entgegen.
Hans Strohmeier hat mit Angst und Sorge vernommen, dass aus Altersgründen in den nächsten Jahren bis zu 13 Arztpraxen schließen könnten. Daher empfiehlt er mit Nachdruck dem Stadtrat, "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln diesem kommendem Dilemma vorzubeugen". Schwerpunkte sieht er in der urologischen, orthopädischen, diabetischen und kinderärztlichen Behandlung. Nicht jeder Patient könne nach Auerbach, Zwickau oder Plauen fahren.
"Es müsste ein Fahrplan erstellt werden, wann hört welcher Arzt auf und wer bekommt die Nachfolge", schreibt Strohmeier. Der Ausbau des Medizinischen Versorgungszentrums an der Paracelsus-Klinik Reichenbach "wäre zum Teil eine Lösung". Kießling teilt die Sorge: "Wir sind froh über das Krankenhaus Reichenbach mit seinem Medizinischen Versorgungszentrum, doch die geringer werdende Zahl der niedergelassenen Ärzte ist alarmierend." Der OB muss jedoch einräumen: "Doch auch in diesem Bereich haben wir als Stadt keinen Einfluss." Er suche immer wieder das Gespräch, um auf das Dilemma aufmerksam zu machen.
Sitzgelegenheiten fehlen
Noch ein drittes Problem hat Hans Strohmeier ausgemacht: "Reichenbach fehlt es an allen zentralen Orten an Sitzbänken. In Vorbereitung der 800-Jahr-Feier müssten 2012 mehr Sitzmöglichkeiten geschaffen werden." Vor allem vor dem Stadtbad sei dies erforderlich. OB Kießling sagte zu, das zu prüfen. Er will "durch Umverteilung bzw. Neuaufstellung eine bessere Verteilung von Sitzgelegenheiten erzielen".


