Letzte Arbeiten vor der Installation am Ballonkran. Ulf Horlbeck von der gleichnamigen Zimmerei hat den insgesamt acht Meter hohen Zwiebelturm gebaut. Demnächst demonstriert Cargolifter damit das punktgenaue Heben und Positionieren von Lasten mit dem Ballon.
Foto: Franko Martin
Ein Zwiebeltürmchen geht in die Luft
Am Ballonkran-System an der Göltzschtalbrücke haben sich Russen und Brasilianer angesagt
Netzschkau. Netzschkau. Das Ballonkran-System von CL Cargolifter an der Göltzschtalbrücke sorgt schon vor den ersten für nächste oder übernächste Woche geplanten offiziellen Demonstrationen für Interesse in der Region. Als der Systembetreiber GTG Göltzschtal Touristik GmbH am Mittwoch zu Testzwecken der in den vergangenen Wochen weiterentwickelten Seilwinden den Ballon aufsteigen ließ, mischte sich ein Vertreter der Hofer Logistik-Firma Güttler unter die Schaulustigen. Vertriebsleiter Axel Rosenkranz hatte von dem Projekt in der Zeitung gelesen und fühlte spontan bei CL-Chef Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz hinsichtlich möglicher geschäftlicher Kontakte vor. "Unter unseren Partnern gibt es viele, die dieses System auch interessant finden dürften. Da könnte es durchaus mögliche Punkte für eine Zusammenarbeit geben", sagte Axel Rosenkranz beim Austausch der Visitenkarten.
Für Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz reiht sich diese zufällige Begegnung in eine Kette von Werbeautritten ein, denen Ende März in Magdeburg ein großes Podium beschieden ist. Dann hält der CL-Aufsichtsratsvorsitzende an der Otto-von-Guericke-Universität unter dem Stichwort Leichter-als-Luft-Technologie während der 19. Internationalen Kranfachtagung einen Vortrag über die Vorzüge des ballongestützten Hebens großer Lasten in Regionen, in denen der Hebe-Klassiker Kran mit seinem Latein am Ende ist. Spätestens im nächsten Jahr soll die Produkt-Innovation unter dem Dach einer noch zu gründenden Gesellschaft auf dem internationalen Markt Fuß fassen. Während der Ballon an der Brücke Lasten bis zu zwei Tonnen hebt, sind für den Marktgang 38 beziehungsweise 27 Meter große Ballons vorgesehen, die Lasten von 20 und fünf Tonnen heben. Ein 60-Meter-Ballon aus der Cargolifter-Pionierzeit hob 80 Tonnen.
Wahrscheinlich schon nächste Woche erwartet Cargolifter Geschäftsleute aus Russland und Brasilien an der Göltzschtalbrücke. Auch Vertreter der schwedischen Bauindustrie sind avisiert. Die Brasilianer schauen ins Vogtland, um sich über die Transport-Alternative hinsichtlich eines Chemieanlagenprojekts am Amazonas zu informieren. Da dort keine Anlegestellen mit Kran-anlagen existieren, so erzählt der CL-Chef, wäre der Ballonkran die ideale Alternative, um Bauteile vom Schiff an Land zu bekommen.
Zu sehen bekommen die Gäste eine attraktive Demonstration. Ein in der Reinsdorfer Zimmerei Horlbeck gebauter acht Meter hoher und anderthalb Tonnen schwerer Zwiebelturm wird aus luftiger Höhe auf einem Podest platziert, das einem Kirchturm nachempfunden ist.


