Peinlich: Geburtshaus von Heinrich Dathe verkündet die Gedenktafel in der Weinholdstraße 1 in Reichenbach. Das wahre Geburtshaus steht jedoch links daneben.
Foto: Franko Martin
Gedenktafel hängt am falschen Haus
Porträt zum 100. Geburtstag von Heinrich Dathe am Dienstag im Fernsehen - Reichenbach bereitet Kolloquium vor
Reichenbach. Reichenbach. Die Gedenktafel, die auf das Geburtshaus des Reichenbacher Ehrenbürgers Heinrich Dathe aufmerksam macht, hängt am falschen Haus. "Das richtige steht in der Weinholdstraße 3", erklärte gestern Filmemacherin Dagmar Wittmers im Gespräch mit der "Freien Presse".
Zusammen mit Jens Rübsam hat sie ein Fernsehporträt des prominenten Zoologen erstellt, dessen 100. Geburtstag am 7. November begangen wird. 35 Jahre war Dathe Direktor des Tierparks Berlin. In der DDR kannte ihn durch die Radiosendung "Im Tierpark belauscht" und die Fernsehsendung "Tierparkteletreff" jedes Kind. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zeigt den Film kommenden Dienstag, 20.15 Uhr, in der Reihe "Ostlegenden".
Die Filmcrew war auch in Reichenbach unterwegs. "Wir haben uns im Stadtarchiv erkundigt. Im Museum auf Burg Mylau schauten wir uns Unterlagen an und entdeckten im Fundus frühe Präparate von Heinrich Dathe, darunter eine Ratte, die im Film zu sehen sein wird", erzählt Dagmar Wittmers. Gezeigt wird auch das Geburtshaus von Heinrich Dathe, das echte.
Die Gedenktafel war indes am 7. November 1999 an der Weinholdstraße 1 enthüllt worden. "Ein Fehler, der offenbar entstand, weil Brandkatasternummern vertauscht worden waren, wahrscheinlich im Zuge der Sanierung der Häuser in den 1980er-Jahren", erklärt Wolfgang Viebahn, der gerade das Manuskript für eine Broschüre zu Dathes 100. Geburtstag fertig gestellt hat. Der Fehler sei dem Mylauer Museumsleiter Andreas Raithel schon 2004 aufgefallen. Auch der Geburtseintrag lautet auf Weinholdstraße 3. Dennoch hängt die Tafel bis heute am falschen Platz. "Wir werden mit dem Hauseigentümer sprechen und wollen die Sache korrigieren. Zum Da-the-Kolloquium am 23. Oktober soll die feierliche Neuenthüllung der Tafel stattfinden", ließ Raphael Kürzinger, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, gestern wissen. Auch Viebahns Broschüre und der neuste Reichenbacher Stadttaler werden an diesem Tag präsentiert.
Mit ihrem Film über Heinrich Dathe erzählen Dagmar Wittmers und Jens Rübsam exemplarisch die Widersprüche seiner Zeit: Warum er am liebsten nichts mit Politik zu tun haben wollte oder wie ihm nach der Wiedervereinigung mit Ultimatum gekündigt wurde. "Wir wollten im Porträt verständlich machen, warum er war, wie er war. Wieso begeistert sich einer mit acht Jahren für etwas, wofür er mit 80 immer noch brennt. Die 13 Jahre in Reichenbach nehmen im Film zwar nicht so viel Raum ein, aber hier wurden Anlagen gelegt und Ansichten geprägt", steht für Wittmers fest.


