Glücksgefühle bei GTG-Betriebsleiter Manfred Dörjer. Vier Jahre nach dem Ballon-Aus nimmt der Passagierbetrieb am Dienstag erneut Fahrt auf.
Foto: Franko Martin
Leinen los am Vogtland-Ballon
Ballonbetrieb feiert Comeback des Jahres
Netzschkau. Netzschkau. Der Blick von Manfred Dörjer wanderte am Montag fast minütlich vom Ballon auf das E-Mail-Postfach in seinem Rechner. "Es fehlt jetzt nur noch der Stempel, ansonsten könnten wir sofort loslegen", sagte der Betriebsleiter des Ballonbetreibers GTG Göltzschtaltouristik am Mittag. Seit der allerletzten Abnahme des Vogtland-Ballons am Freitag, als der zuständige Mitarbeiter des Luftfahrtamtes Dresden den einstigen und künftigen Besuchermagneten an der Göltzschtalbrücke auf Herz und Nieren prüfte, saß die fünfköpfige Ballon-Crew praktisch wie auf Kohlen.
Alles in Butter, sogar die B-Note
Gegen Abend dann die Erleichterung. Die Mail mit der Betriebserlaubnis besiegelte den letzten Akt monatelanger Vorbereitungen des Passagierbetriebes. Denn nach dem Aus des Vorgänger-Modells vor vier Jahren gab's für die GTG viel zu tun. "Da der Ballonbetrieb mehr als drei Jahre eingestellt war, waren einige Voraussetzungen zu erfüllen", erklärt Manfred Dörjer. Zu dem Paket gehören neben der Betriebserlaubnis unter anderem die Aufstiegsgenehmigung und neue Pilotenlizenzen. Alles, bis auf die Betriebserlaubnis, lag vor. Auch bei der Abnahme am Freitag, als der neue 6000-Kubikmeter-Ballon samt Passagiergondel, die Festballon-Technik, Räumlichkeiten bis hin zum Standort-Personal unter die Lupe genommen wurden, war "alles positiv verlaufen und in Ordnung". Das traf auch auf die nicht amtliche B-Note zu, die das Ballon-Gelände nebst neuem Sonnensegel, Zäunen und den neuen Internet-Auftritt des Ballons erfasst.
Der Ballon-Fahrbetrieb ist bis einschließlich der Herbstferien täglich geplant. Vorausgesetzt, es herrschen die für ein gefahrloses Aufsteigen zulässigen Witterungsvoraussetzungen. Wie bis vor vier Jahren geht es für maximal 30 Passagiere in eine Höhe von 150 Metern. Der Ballon, der bis vor kurzem noch in Kalifornien aufstieg, brachte es dort auf 400 Meter. "Das wäre auch hier machbar, allerdings erlauben das die gesetzlichen Bestimmungen bei uns nicht", sagt der Betriebsleiter.
Aber auch so bietet sich den Fahrgästen ein atemberaubender Ausblick auf die nahe Göltzschtalbrücke und weit darüber hinaus. Mit der Wiederinbetriebnahme des Ballons nach dem Aus damals aufgrund mangelnden Sponsoreninteresses spielt das Vogtland mit den Standorten Hamburg und Berlin nun wieder in einer Liga. Nach dem zuletzt immer wieder beklagten Besucherrückgang an der Göltzschtalbrücke ein Ass im Kampf um Touristen.
Eine Woche Kran-Tests im August
Der alte und neue Touristenmagnet legt vom 15. bis 19. August eine Pause des Passagierbetriebes ein. Dafür installiert die GTG unter Verwendung des Vogtland-Ballons wie geplant das bis Mai am Standort entwickelte und vermarktete Ballon-Kransystem von CL Cargolifter. "Dann stehen weitere Tests und weitere Präsentationen vor potenziellen Kunden an", kündigt Manfred Dörjer an. Derzeit entwickelt CL einen mobilen 10.000-Kubikmeter-Kran, der 8,5 Tonnen heben kann. Der Serientyp soll dann mit der doppelten Kapazität weltweit dort Lasten heben, wo dies herkömmlichen Kränen nicht möglich ist beziehungsweise ihr Einsatz zu teuer wäre.
Service
Der Vogtland-Ballon hebt ab Dienstag, 9 Uhr ab. Und zwar zu folgenden Fahrpreisen: Fahrt pro Person: 15 Euro, ermäßigt 12 Euro, Kinder zahlen 8, die Familienkarte gibt es für 40 Euro. www.vogtland-ballon.info


