Bergschaden Seit dieser Woche klafft auf diesem Feld bei Greiz-Schönfeld ein Loch. Offenbar handelt es sich um einen Bergschaden.

Foto: JB Steps

Mysteriöses Loch klafft nahe Greiz

Alter Stollen stürzt ein - Amt veranlasst Untersuchung

Greiz. Greiz. Seit dieser Woche klafft auf einem Feld bei Greiz ein Loch. Etwa 300 Meter von der Wohnbebauung entfernt im Ortsteil Schönfeld gab am Dienstag offenbar der Boden nach. Bei dem wenigstens zwei Meter tiefen Loch mit etwa drei Meter Durchmesser handelt es sich um einen so genannten Tagesbruch, also einen Bergschaden, der bis an die Oberfläche reicht. Solche Einbrüche treten auf, wenn nicht verfüllte Bergwerksstollen oder -schächte einstürzen. Das Flurstück befindet sich zwischen B 94 und Katzenberg und damit nahe der sächsisch-thüringischen Landesgrenze. In rund 200 Metern Entfernung befindet sich eine weitere Einbruchstelle, die im April 2009 registriert wurde.

Im Landratsamt Greiz wusste auf Anfrage der "Freien Presse" niemand von dem Ereignis. Pressesprecherin Ilona Roth bemühte sich, schnell Licht ins Dunkel zu bringen und verwies auf das Landesbergamt Thüringen in Gera. Dort erklärte Regierungsdirektor Thomas Brand: "Uns ist bekannt, dass in dem Bereich zuletzt im 19. Jahrhundert Eisenerz abgebaut wurde, und zwar durch die Königliche Marienhütte in Zwickau. Dorthin wurde das Eisenerz gebracht, geschmolzen und weiterverarbeitet." Damit sei das gesicherte Wissen aber schon erschöpft. Nach gegenwärtigem Stand gibt es keine Dokumentierung des Geschehens durch den Bergbau. Auch in Sachsen sei man nicht fündig geworden.

Das Landesbergamt habe daher ein Ingenieurbüro mit der Untersuchung beauftragt. Um die Vertiefung soll ein Zaun aufgestellt werden, wie er bereits bei dem Tagesbruch von 2009 steht. Dort warnen Schilder mit der Aufschrift "Lebensgefahr" vor dem Betreten des Areals. Diese Empfehlung hat der Regierungsrat auch für das neu betroffene Gelände. Man könne nicht wissen, ob es weitere Einbrüche gibt. Vor Völkerwanderungen zu der Stelle sei also ausdrücklich gewarnt. "Da es sich um ein Königlich-Sächsisches Unternehmen gehandelt hat, könnten wir höchstens Regressforderungen an das Land Sachsen prüfen", meinte Thomas Brand scherzhaft. Auf den Einwand, dass der letzte König 1918 abgedankt hat, erwiderte der Regierungsrat: "Ja, der hat schon damals gesagt 'Macht euern Dreck alleene'." Da sei wohl nichts zu holen.

 
erschienen am 12.03.2010 ( Von Petra Steps )
 
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