Blick vom Hirschstein hinunter auf das Mylauer Bad, die neue Radwegbrücke und einen Teil des abgerissenen einstigen Betriebsteils 3 des Apparatebaues. Hier soll sich auch 2012 eine Menge tun.
Foto: Franko Martin
Pläne für Freizeit-Areal am Hirschstein
In Mylau soll Freizeit- und Sport-Gelände entstehen
Mylau . Freizeit- und Sport-Areal statt Industrie-Brache. Das ist die Option, die Mylaus Bürgermeister Christoph Schneider (CDU) für das Gelände des einstigen Betriebsteils 3 des Apparatebaues Mylau unterhalb vom Hirschstein sieht. "Der Stadtrat hat sich dazu 2008 grundsätzlich verständigt", erinnert er. Ein konkreter Bebauungsplan fehlt aber noch.
In der Tat hatten die Stadträte seinerzeit ein Leitbild bis 2020 beschlossen. Es beinhaltet auch die Errichtung einer neuen Mehrzwecksportanlage als Ersatz für den Sportplatz an der Reichenbacher Straße.
Teure Altlastensanierung ruft
Bevor am Hirschstein aber die Träume in den Himmel wachsen, ist dort straff Altlastensanierung angesagt. Boden und Grundwasser auf der abgerissenen Apparatebaufläche sind mit Stoffen verseucht, die als krebserzeugend und erbgutschädigend gelten. Die größte Gefahr geht von Trichlorethen aus, das zur Entfettung der Metallteile eingesetzt wurde. Es gilt als krebserzeugend und erbgutschädigend. Zum einen sollen 6000 Kubikmeter Erdreich ausgebaggert und ausgetauscht werden. Zum anderen soll das kontaminierte Grundwasser zwei Jahre lang aus vier Abschöpfbrunnen abgepumpt, gefiltert und dann in die Göltzsch geleitet werden. Kosten wird die Altlastensanierung 1,5 Millionen Euro, wovon der größte Batzen mit 1,2 Millionen Euro in den Stadthaushalt 2012 gepackt wurde. Je 150.000 Euro werden für die beiden Folgejahre veranschlagt.
"Wir haben den Fördermittelantrag gestellt und sind guter Dinge, von den Landesbehörden bald grünes Licht zu bekommen", sagt der Bürgermeister. Er hofft, dass die Sanierung bis 2014 abgeschlossen werden kann. Weil der maximale Fördersatz 75 Prozent beträgt, muss die Stadt 25 Prozent in jedem Falle selbst berappen.
Insgesamt sei das Gelände am Hirschstein bereits mit der Inbetriebnahme der Radwegbrücke über die Göltzsch und dem Lückenschluss des Göltzschtalradweges aufgewertet worden. Darüber habe er sich 2011 besonders gefreut, sagt Christoph Schneider. "Ich bin dort selbst im Herbst öfter mit dem Rad entlang gefahren. Das ist eine feine Sache geworden", so Schneider. Die Stadt hatte Bahngrundstücke angekauft, um das Baurecht herzustellen. Den Bau selbst finanzierte das Straßenbauamt für 390.000 Euro. Danach ging das Bauwerk in Eigentum der Stadt Mylau über.
Freibad erhält hinteren Zugang
Weil der kombinierte Rad- und Fußweg nunmehr hinter dem Mylauer Freibad entlangführt, soll von dort aus in diesem Jahr ein Eingang zum Freibad entstehen. "Der Freibadverein wollte schon länger einen hinteren Zugang schaffen. Jetzt ist alles soweit vorbereitet, dass es 2012 losgehen kann", erklärt der Bürgermeister. Die Stadt gewährt dafür einen Zuschuss von 13.050 Euro.


