"Unseren Protest herausschreien"

Nema-Werker wollen am Donnerstag in Netzschkau demonstrieren - Bevölkerung zur Unterstützung aufgerufen

Netzschkau. Netzschkau. "Wir wollen den Herren in Bochum klar machen, dass die Vogtländer um ihre Arbeitsplätze kämpfen, und unseren Protest in die Welt hinausschreien", erklärt Dieter Feist, Betriebsratsvorsitzender der GEA Nema Wärmetauscher GmbH, zur bevorstehenden Kundgebung. Für Donnerstag, 15.30 Uhr haben Betriebsrat und IG Metall zur Demonstration für den Erhalt der Nema auf den Netzschkauer Markt aufgerufen.

"Wir hoffen auf Unterstützung unserer Bevölkerung in Netzschkau und Umgebung", so Feist. Schließlich hätten bis zur Wende weit über 1000 Menschen im Traditionsunternehmen gearbeitet. Heute sind es bei der Wärmetauscher GmbH noch 178, und seit einigen Wochen zittern auch sie um ihre Arbeitsplätze. Im Zuge einer Neuordnung des weltweit agierenden GEA-Konzerns soll der Standort Netzschkau auf eine Streichliste gekommen sein. "Dabei ist das nicht nachvollziehbar - wir waren einer der wenigen Betriebe mit schwarzen Zahlen, es gab nur minimal Kurzarbeit", unterstreicht Feist.

Nach wie vor ist über die Konzernpläne nichts Konkretes bekannt. Immerhin habe der zuständige GEA-Bereichsleiter Jörg Jeliniewski jetzt versprochen, am 24. März zur dritten Betriebsversammlung nach Netzschkau zu kommen, um der verunsicherten Belegschaft Rede und Antwort zu stehen. "Das wird auch höchste Zeit", meint der Betriebsratsvorsitzende. Man werde eine Schließung nicht kampflos hinnehmen, verspricht er: "Wer heute 40, 50 ist, dessen Perspektive nach einer Entlassung ist doch gleich Null."

Auf einen "gut gefüllten Marktplatz" hofft auch Stefan Kademann von der IG Metall. Vertreter von Neoplan und Man Roland aus Plauen würden nach Netzschkau kommen: "Es geht ja ums ganze Vogtland - ob es künftig nur noch Altenheime mit ein bisschen Tourismus geben wird, oder ob Industriearbeitsplätze erhalten bleiben." Die Devise "Jeder stirbt für sich allein" dürfe für die verbliebenen Betriebe nicht gelten, statt dessen müsse man sich gemeinsam wehren. "Wir müssen den Verantwortlichen klarmachen, dass Betriebsschließungen im Vogtland für sie kein Zuckerschlecken werden, dieses Zeichen soll auch in Bochum gesehen werden." Falls die GEA von den Schließungsplänen nicht zurücktrete, müsse eine Herauslösung der Nema angestrebt werden.

Termin

Die Kundgebung beginnt am Donnerstag, 15.30 Uhr, auf dem Netzschkauer Markt und soll etwa eine Stunde dauern.

 
erschienen am 09.03.2010 ( Von Bernd Appel )
 
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