Die Tischleuchten von Heike Hentschel können ganz nach den individuellen Wünschen der Kunden mit Motiven bestückt werden.
Die Tischleuchten von Heike Hentschel können ganz nach den individuellen Wünschen der Kunden mit Motiven bestückt werden.

Foto: Andreas Wohland

Beim Fotografieren ging ihr ein Licht auf

Manches Foto ist zu schön, um in einem Album zu vergilben - Zwickauerin hatte zündende Idee

Kirchberg. Mitte des 18. Jahrhundert hat Dresden Bernardo Bellotto (1722 - 1780), genannt Canaletto, inspiriert. Sein berühmtestes Gemälde aus dem Zyklus der Dresdner Stadtansichten hängt in der Galerie alte Mister. Unzählige Besucher des einstigen kurfürstlichen Herrschaftssitzes haben den malerischen Canaletto-Blick vom Elbufer auf die Augustusbrücke und die Altstadt nachempfunden, den damaligen Standort des Malers in den Elbauen gesucht, die Silhouette der Elbmetropole fotografiert oder sogar nachgemalt.

Kein Patent

Die Kirchbergerin Heike Hentschel macht da keine Ausnahme. Sie drückte genauso begeistert auf den Auslöser. Trotzdem fragte sie sich: Wann guckt man solche Fotos schon mal wieder an? Ausdrucken und einrahmen? Das kann ja jeder. Irgendwie hinter Glas bringen und von hinten beleuchten - das wär's. Die Idee für eine Tischleuchte war so gut wie geboren. Sie entwarf eine Leuchte mit einem hölzernen Rahmen. Vier Glasscheiben an den Seiten und eine quadratische als obere Abdeckung boten ihr Gestaltungsflächen. Die Frau testete zunächst Folien und unterlegte die Fotos mit einem speziellen Weißdruck, damit die Glühlampe nicht durchscheint. Für die Gehäuse suchte sie sich einen Tischler, die Elektrik baut sie selbst ein. Weil ihr die zündende Idee in Dresden kam, verarbeitete sie im Prototyp gleich die Motive der Stadt. Inzwischen folgten Reinsdorfer, Kirchberger oder Wilkau-Haßlauer Stadtansichten, aber auch die Wartburg. "Möglich ist alles, da kann man auch seine Freundin am Strand verewigen oder seinen Oldtimer", sagt Heike Hentschel. Weil die Scheiben nur eingeschoben sind, lässt sich die Tischleuchte auch ganz schnell umdekorieren. Patentieren lassen will sich die 40-jährige Werbekauffrau ihre Idee nicht. "Zu teuer", sagt sie. "Da ändert mal jemand bloß die Form und kann sich das schon wieder patentieren lassen. Das ist ja kein Geschäft, von dem ich leben muss", sagt sie.

Ausgleich zum Beruf

Kreativ ist sie auch in anderer Richtung. "Ich fertige auch Akrylbilder, verarbeite dabei manchmal Naturmaterialien. Eine kleine Auswahl ziert das Büro in der Zwickauer Carolastraße 27. Solche kreativen Beschäftigungen sind für sie der Ausgleich zum Berufsalltag. Ihre Brötchen verdient sie mit Arbeiten, die eine Nummer größer sind. "Ich beschrifte Laster oder deren Planen. Das ist eine körperlich schwere Arbeit, die man kaum bis zum 60. Lebensjahr machen kann", ist sich die Kleinunternehmerin bewusst.

 
erschienen am 14.03.2012 ( Von Hans-Peter Kuppe )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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