Biogas-Gegner suchen nach neuen Wegen
Bürgerinitiative will mit Änderung des Bebauungsplans Betrieb der Anlage in Glauchau verhindern - Stadt befürchtet negative Folgen
Glauchau.
Glauchau. Die Bürgerinitiative gegen die geplante Biogasanlage in Reinholdshain hat einen weiteren Versuch unternommen, die Ansiedlung zu verhindern. Sprecher Bernd Richter hat die Stadtverwaltung und den Stadtrat aufgefordert, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet so zu ändern, dass eine Biogasanlage an dieser Stelle nicht mehr genehmigungsfähig ist. Die Anwohner befürchten erhebliche Geruchsbelästigung und starken Verkehr, wenn die Anlage betrieben wird.
Schon damals, als das Gewerbegebiet "Am Heizkraftwerk" entwickelt wurde, seien warnende Stimmen ignoriert worden. "Damals lebten Rebhühner auf dem Areal, die sind geschützt. Dennoch wurde das Gewerbegebiet genehmigt. Heute ist so etwas undenkbar", sagt Richter. Zwar könne man den Glauchauern keinen Vorwurf machen, denn als das Gewerbegebiet 1992 entstand, war Reinholdshain noch eine eigenständige Gemeinde. Dennoch will die Bürgerinitiative die Historie in Erinnerung rufen. "Es sind aber nicht nur die Reinholdshainer betroffen, sondern auch die Bewohner in Jerisau/Lipprandis und rund um das Bahnhofsgelände", sagt Richter.
Das Gewerbegebiet hat eine Nettofläche von 30 Hektar, wovon nach Angaben der Stadt 21,1 Hektar verkauft sind. Sieben Unternehmen haben sich dort angesiedelt. 77 Arbeitsplätze sind entstanden. Doch ob die Stadt Glauchau dem Wunsch der Reinholdshainer nachkommt, steht auf einem anderen Blatt. Denn einfach so den Bebauungsplan zu ändern, könnte erhebliche Folgen für die Stadt haben. Die Rede ist gar von Schadenersatzansprüchen, die drohen könnten.
Bislang hat sich der Stadtrat nicht öffentlich mit dem Ansinnen der Reinholdshainer beschäftigt. Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) sagt: "Wir prüfen, welche rechtlichen Folgen so etwas für die Stadt haben könnte."
Darüber hinaus lasse die Stadt überprüfen, ob das Genehmigungsverfahren für die Anlage, das im Landratsamt nicht öffentlich läuft, öffentlich von statten gehen muss. Schließlich müssten Stadt und Stadtrat wissen, in welcher Weise Glauchau an dem Verfahren beteiligt werden kann. "Für den 18. März haben wir die Investoren nach Glauchau eingeladen", sagt Dresler weiter. Sie sollen der Stadtverwaltung und interessierten Stadträten ihr Vorhaben vorstellen.


