Dennheritz will nicht "heiraten"
Benachbarte Kommunen wollen sich an "Brautschau" nicht beteiligen
Dennheritz. Dennheritz. Wohin orientiert sich die Gemeinde Dennheritz? Der Freistaat hat in der vergangenen Woche einen neuen Anlauf unternommen, um die Hochzeitspläne von kleineren Kommunen finanziell zu veredeln. Die 1400-Einwohner-Gemeinde bildet seit 1999 eine Verwaltungsgemeinschaft mit Crimmitschau.
Der dortige Stadtchef Holm Günther (Für Crimmitschau) hat mit einer Aussage auch andere Mitbewerber ins Gespräch gebracht. "Ich könnte es nachvollziehen, wenn sich Dennheritz nicht nach Crimmitschau, sondern künftig nach Meerane oder Glauchau orientiert. Hier ist die räumliche Anbindung an die jeweiligen Kernstädte aus meiner Sicht ebenso gegeben", betont Holm Günther.
Den Steilpass aus Crimmitschau nehmen die angesprochenen Städte aber (noch) nicht an. "Mögliche Zusammenschlüsse beziehen sich nur auf bestehende Verwaltungsgemeinschaften. Damit stellt sich dieses Thema nicht", lässt der Meeraner Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) über seine Pressesprecherin Heike Hönsch mitteilen. Auch Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) plant bisher keine Verhandlungen mit dem kleinen Nachbarn.
"Wir reagieren nur, wenn eine Kommune auf uns zukommt. Diese Entscheidung muss die Gemeinde - also auch Dennheritz - für sich selbst treffen", betont Dresler. Die Dennheritzer, die praktisch die Qual der Wahl zwischen Glauchau, Meerane und Crimmitschau hätten, wollen sich auf keinen Partner festlegen. Bürgermeister Frank Taubert (Freie Wähler) will zur nächsten Sitzung des Gemeinderates über die Thematik sprechen.
Die Dennheritzer sehen vorerst keinen Handlungsbedarf für Fusionsgespräche. "Es gibt keine Gründe, um die Eigenständigkeit aufzugeben", sagt Taubert. Dennheritz ist als einzige Kommune im gesamten Landkreis Zwickau schuldenfrei. Durch die hohen Gewerbesteuereinnahmen - in diesem Jahr sollen rund 300.000 Euro in die Gemeindekasse fließen - hat der Ort einen großen Handlungsspielraum. (HOF)


