Feinarbeit ist von den Brandursachenermittlern gefordert. Im Gerippe der ausgebrannten Lagerhalle suchen die Polizisten Spuren, wo und wie das Feuer ausgebrochen war. Jens Borchert (links) bekommt Unterstützung von Kriminaltechniker Karsten Kriebel von der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge.
Foto: Wiegand Sturm
Ermittler finden Spuren des Feuerteufels
Kripo entdeckt in zerstörtem Holzlager Brandbeschleuniger und Kanister
Glauchau. Seit Montagnachmittag sind die ersten Vermutungen der Polizei bestätigt: Das Großfeuer auf dem Gelände des Holzhandels Schellenberg war das Werk eines Feuerteufels. "Wir haben in der zerstörten Lagerhalle Spuren von brennbarer Flüssigkeit gefunden", sagte Kriminalhauptmeister Jens Borchert der "Freien Presse". Zudem entdeckten die Ermittler einen Benzinkanister.
Am Sonntagmorgen war die Lagerhalle an der Ecke Albanstraße/Rosa-Luxemburg-Straße den Flammen zum Opfer gefallen. Schaden: eine halbe Million Euro. Bis zu 20 Polizisten sind seitdem mit den Untersuchungen beschäftigt. In Trümmern und Asche, die vom Holzlager übrig blieben, entdeckten die Beamten die verräterischen Spuren. Das Material wurde zur Beweissicherung und für weitere Recherchen in Gläser gefüllt und geht nun zur Untersuchung in ein kriminaltechnisches Labor.
Parallel dazu waren in der Nähe des Brandortes am Montag auch Fährtenhunde im Einsatz. "Davon erhoffen wir uns Hinweise darauf, wie der oder die Täter aufs Gelände gelangt sind", beschreibt Borchert. Die Besucher eines Konzertes, das in der Brandnacht in einem alten Kraftwerk in der Nachbarschaft stattfand, sieht die Polizei vorerst in der Zeugenrolle. Die Beamten haben die Personalien von rund 30 Gästen aufgenommen. "Das ist eine Routinemaßnahme. Möglicherweise können die Besucher Hinweise liefern", sagt Polizeisprecherin Heidi Hennig.
Für Alexander Wronski, Geschäftsführer des zwölf Mitarbeiter zählenden Holzhandels Schellenberg, steht am Dienstag ein wichtiger Termin im Kalender: Mitarbeiter der Versicherung wollen sich den Schaden am Firmenstandort anschauen. Der Familienbetrieb sei laut Wronski gegen Brandschäden versichert. "Wir müssen nun abwarten, ob der Schaden zeitnah und im kompletten Umfang reguliert wird", sagt Wronski. Verschiedene Gedanken für ein provisorisches Lager hat der Geschäftsführer bereits im Hinterkopf. Eine Idee: Wenn die Reste des Brands beräumt sind, könnte ein Zelt auf der Fläche aufgebaut werden. Schneller als erwartet hat das Traditionsunternehmen die nötige Ersatztechnik zur Verfügung gestellt bekommen. Ein Frontstapler kann seit Montag genutzt werden. In dieser Woche soll auch noch ein Seitenstapler folgen. "Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, damit der Betrieb weiter läuft", sagt Wronski.
In der Vergangenheit war es bereits zu zwei anderen Großbränden in Holzunternehmern der Region gekommen. So zerstörte im April ein Feuer das Sägewerk der Zimmerei Süß in Lichtenstein. Im Januar 2008 brannte das Holzkontor am Sachsenring in Oberlungwitz ab.


