Gemeinde greift zum Schmerzmittel und stopft Loch

Defizit von 100.000 Euro im Vermögenshaushalt mit Geld aus der Rücklage ausgleichen - Einsparungen bei Investitionen nicht mehr möglich

Remse. Remse. Der Februar geht zu Ende, und die Gemeinde steht noch ohne beschlossenen Haushalt für dieses Jahr da. Eigentlich sollten die Finanzen in diesem Monat geklärt sein. "Wir sind aber kurz vor der Ziellinie. Im März wird der Haushalt mit Sicherheit verabschiedet", kündigte Bürgermeister Wolf-Dieter Kapferer (CDU) nach der dritten Lesung am Montagabend an.

Der Verwaltungshaushalt ist durch. Er umfasst 1.555.000 Euro und ist in seinem Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen, konnte Stefanie Heckl, Mitarbeiterin der Kämmerei Waldenburg, dem Gemeinderat mitteilen. Probleme bereitet noch der Vermögenshaushalt. Ein Loch von rund 100.000 Euro ist noch zu stopfen. Einsparungen in dieser Größenordnung seien nicht mehr möglich, alle Reserven ausgeschöpft. So wurde der Ausbau der Pestalozzistraße von 133.000 auf 80.000 Euro reduziert. Da, so Kapferer, wäre man nahezu an der Grenze des Machbaren angekommen. Das Vorhaben, es setzt sich zusammen aus Straßeninstandsetzung und Kanalbau, sei bereits gestreckt worden, nicht alles wird wahrscheinlich in diesem Jahr realisiert, sondern auf 2011 und 2012 verteilt.

So werde man nicht unhinkommen, zum letzten Mittel zu greifen. Das Loch soll nun mit Geld aus der Rücklage der Gemeindekasse gestopft werden. "Das ist sicherlich schmerzlich, aber nicht anders zu machen. Die Rücklage ist normalerweise für schlechte Zeiten gedacht", wissen Bürgermeister und Gemeinderäte um die Schwere dieses Schrittes.

Mit dieser Entscheidung können aber die für 2010 vorgesehenen Investitionen abgesichert werden. Im Plan enthalten sind als größter Posten 42.000 Euro für den Bauhof unter anderem zur Anschaffung eines Rasentraktors. Die Feuerwehr soll für 11.000 Euro eine neue Tragkraftspritze sowie Ausrüstungsgegenstände bekommen. Dabei wird mit 4550 Euro Fördermitteln gerechnet. Tafeln, Regale und Schränke sollen für die Grundschule angeschafft werden, das soll rund 4000 Euro kosten. Schließlich ist auch die Verwaltung bedacht. Eingerichtet wird ein neuer PC-Arbeitsplatz. Kosten: rund 1500 Euro.

 
erschienen am 23.02.2010 ( Von Gerhard Geidel )
 
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