Hakenkreuze in Meerane: Kriminalpolizei ermittelt
Sprüher sucht sich auffälliges Haus - Jugendcafé trifft es auch
Meerane. Meerane. Hakenkreuze in Meerane: Dummer-Jungen-Streich oder staatsfeindlicher Akt? Dieser Frage geht derzeit die Kriminalpolizei nach, informierte Polizeisprecher Thomas Knabe und bestätigte, dass Anzeige wegen eines weißen Males auf der roten Fassade eines Hauses an der Oststraße erstattet wurde. Der Vorwurf: Verwenden von verfassungsfeindlichen Kennzeichen. In der Nacht zum 14. Juli muss sich da jemand mit der Sprühdose ausgelassen haben.
Manfred Lechel ist froh darüber, dass sich jemand kümmert. "Man hört ja gar nichts mehr", sagt der Mieter, der lediglich wusste, dass sein Hausbesitzer Anzeige erstattet hatte. Am liebsten freilich wäre es ihm, wenn das Kreuz wieder verschwände. "Bei uns fährt täglich mehrfach der Bus vorbei, das sehen so viele Leute", ärgert er sich. Das Haus hatte der Besitzer, der in der Nähe von Dresden wohnt, erst vor zwei Jahren mit roter Farbe streichen lassen.
Einige der anderen Schmierereien, die ebenfalls am Morgen des 14. Juli in der Nähe aufgetaucht waren, sind bereits überpinselt worden. Auch das Jugendcafé hatte es erwischt. An der eh schon mit Graffiti besprühten Jugendeinrichtung fällt das Kreuz allerdings weniger ins Auge.
Die aktuellen Schmierereien sind der Stadtverwaltung bekannt. Rathaussprecherin Margrit Profe zufolge hat auch die Stadt Anzeige erstattet und steht in Kontakt mit dem Hausbesitzer an der Oststraße.
Inhaltlich sieht Polizeisprecher Knabe keinen Zusammenhang zwischen den übrigen Kritzeleien in der Umgebung und den Hakenkreuzen. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass auch sie von dem Hakenkreuz-Sprüher stammen.


