Haufen dampfen bei Frost

Hundekot ärgert Spaziergänger - Stadt will Einwohner zu Anzeigen ermuntern

Glauchau. Glauchau. "Manchmal dampfen die Haufen sogar noch bei der Kälte", sagt Anja Korb. Sie wohnt am Schindmaaser Weg und geht mit ihrem kleinen Kind regelmäßig durch die Unterstadt spazieren. Was die beiden dabei besonders ärgert, sind die Hinterlassenschaften der Hunde.

Auf der Zimmerstraße zwischen Holzbrücke und Auestraße sei es besonders schlimm. Da müsse man sogar als Erwachsener aufpassen, nicht in die Tretminen zu gelangen. Selbst auf dem Gehsteig entlang der Lindenstraße, den viele Kinder auf dem Weg zur Wehrdigtschule nutzen, liegen Hundekothaufen. "Da hat die Stadt die Lindenstraße neu gebaut, und dann diese vielen Haufen", ärgert sich die Glauchauerin. Die Hunde könnten ja nichts dafür, aber sie meint, dass einige Hundehalter viel mehr in die Pflicht genommen werden müssten. "Oft ist es eben eine Kopfsache", sagt sie.

Die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes sind nach den Worten von Timo Schade, stellvertretender Pressesprecher im Rathaus, morgens und abends auf speziellen Hundestreifen unterwegs. Auch im normalen Dienstgang werde darauf geachtet, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften der Vierbeiner entsorgen. "Wir sind aber auch darauf angewiesen, dass die Bürger der Stadt Glauchau uns unterstützen", sagt Schade und meint damit, dass jeder die Möglichkeit habe, Anzeige zu erstatten mit Datum, Uhrzeit, Ort, Name und Anschrift des Hundehalters.

Doch derart detaillierte Angaben zu machen ist offenbar nicht leicht. Anja Korb sagt, dass die Hunde oft frei herumlaufen und man den Hundehalter nicht immer zuordnen kann. Nach Angaben von Timo Schade liegt der Stadt momentan eine einzige Anzeige vor, die das Polizeirevier Glauchau erstattet hat. Wenn so eine Anzeige vorliegt, werde dem Beschuldigten ein Verwarngeld ausgesprochen. Laut Polizeiverordnung kann die Geldbuße zwischen 5 und 1000 Euro liegen. Erkennt der Beschuldigte das Verwarngeld nicht an, werde ein Bußgeldbescheid erlassen, gegen den der Betroffene Rechtsmittel einlegen kann. Wenn er von den Rechtsmitteln Gebrauch macht, gehe die Sache an den Staatsanwalt zur Entscheidung.

Die Hundesteuer zu erhöhen, wie es in Lichtenstein gemacht wurde, ist laut Schade in Glauchau nicht im Gespräch. Nachdem im Jahr 2008 die damals demolierten Hundetoiletten abmontiert wurden, sind die Tütchen im Ratshof und im Bürgerbüro Wilhelmstraße erhältlich.

 
erschienen am 09.03.2010 ( Von Stefan Stolp )
 
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