Brand Gunter Bonitz vom Nachbareingang, Uwe Kallinowski, der die Feuerwehr alarmierte und am Remser Weg 14 wohnt, Horst Auerswald vom Remser Weg 16 und Jörg Opitz, auch Mieter aus dem Hauseingang 14 (von links), stehen fassungslos vor den Überresten des Brandes.

Foto: Wiegand Sturm

Kellerbrand reißt Bewohner aus dem Schlaf

Remser Weg 14 zum zweiten Mal betroffen - Mieter sind verängstigt - Polizei geht von Brandstiftung aus - Sicherheitsdienst eingesetzt

Meerane. Am Remser Weg geht die Angst um. Schon wieder wurden die Bewohner am Remser Weg 14 Mittwochnacht von Blaulicht und Martinshorn der Feuerwehr aus dem Schlaf gerissen, und erneut war es ein Kellerbrand, der sie in Schrecken versetzte.

Die freiwillige Feuerwehr war gegen 3 Uhr mit sechs Fahrzeugen angerückt. Der Einsatzort ist den Feuerwehrleuten mittlerweile bestens bekannt. In der Nacht vom 17. zum 18. Oktober brannte es in einem Keller am Remser Weg 16 und am 21. Januar loderten die Flammen schon einmal am Remser Weg 14. Die Mieter sind verängstigt. "Ich kann nicht mehr schlafen, man muss ja immer damit rechnen, dass so etwas jederzeit wieder passiert", beschreibt Uwe Kallinowski seine Gefühle. Er hatte den Brand bemerkt und die Polizei sowie Feuerwehr alarmiert. "Ich würde am liebsten umziehen, finde einfach keine Ruhe mehr", so Ruth Hirche. Die 87-jährige Rentnerin wurde vorübergehend im Kursana-Seniorenheim untergebracht, Mittwoch kehrte sie in ihre Wohnung zurück. Ihr ist der Schock noch Stunden nach dem Szenario anzusehen. Sie glaubt, wie andere Mieter auch, an keinen Zufall und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass die vermutlichen Brandstifter schnell gefasst werden.

28 Feuerwehrleute hatten alle Hände voll zu tun. Brandbekämpfung, Treppenhauskontrolle nach eventuell sich dort aufhaltenden Personen und Rauch ableiten, all das hielt sie auf Trab. "Wir haben die Mieter nicht evakuiert. Das war in dem Fall sicherer, als sie durch das verqualmte Treppenhaus zu führen", so Wehrleiter Kai Götze zum Einsatzablauf. Bis gegen 6 Uhr war die Feuerwehr beschäftigt. Verletzte gab es zum Glück nicht.

"Warum, wieso", fragt sich beunruhigt Jörg Opitz aus der Parterrewohnung. Eine Antwort darauf kann auch die Polizei derzeit nicht geben. Nach ersten Erkenntnissen geht sie, wie schon beim Feuer am 17./18. Oktober, von Brandstiftung aus. Vermutlich seien Papier und eine Matratze angezündet worden. Angaben zum Schaden kann sie ebenfalls noch nicht machen.

Den lässt auch die Städtische Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH ermitteln. "Der Schaden bewegt sich etwa im Rahmen des Kellerbrandes am Remser Weg 16", gibt Geschäftsführer Roland Hecht eine erste Schätzung ab. Genaueres soll ein eingesetzter Gutachter feststellen. Die Städtische Wohnbau hat nach dem zweiten Brand reagiert und einen Sicherheitsdienst beauftragt, Kontrollen im Wohngebiet durchzuführen. "Der kann aber nicht pausenlos in den Kellern sitzen", weiß er, dass der Dienst natürlich keine Garantie für hundertprozentige Sicherheit sein kann. Schadensermittlung haben am Mittwoch auch die Handwerker betrieben. Vorerst sind die in Mitleidenschaft gezogenen Versorgungsleitungen provisorisch repariert. Schließlich werden die Waschmaschinen bei den Mietern in den nächsten Tagen auf vollen Touren laufen. Der Gestank ist im ganzen Haus und den Wohnungen zu riechen.

 
erschienen am 04.11.2009 ( Von Gerhard Geidel )
 
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