Die "Weltchronik des Hartmann Schedel" aus dem Jahre 1494 ist das älteste Buch in der Glauchauer Museumsbibliothek.
Foto: Uwe Meyer
Museum bewahrt 516 Jahre alten Schatz
"Weltchronik des Hartmann Schedel" ist ältestes Buch
Glauchau. Glauchau. Die Museumsbibliothek im Glauchauer Schloss bewahrt einen 516 Jahre alten Schatz: Es ist die "Weltchronik des Hartmann Schedel", das älteste Buch, über das die Bibliothek verfügt. Auf mehr als 1000 Abbildungen - allesamt gedruckte Holzschnitte - sowie in der bis in die 1940er-Jahre üblichen Frakturschrift wird dort den Lesern die Welt erklärt, so Robby Joachim Götze, Kustos im Museum.
Um 1450 hatte der Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg die Spezialpresse erfunden, mit der er Bücher druckte. Die Schedels Weltchronik, die Götze nur mit Handschuhen anfasst, stammt aus dem Jahre 1494. Es gibt sie in Deutsch und Latein. "Wir verfügen über die deutsche Ausgabe. Sie stammt aus dem Nachlass eines Erzherzogs von Österreich", so Götze. Randnotizen zeugen davon, dass sie nicht nur für die Schrankwand angeschafft, sondern durchaus benutzt worden war.
Schedel war deutscher Arzt, Humanist und Historiker. Er gliederte das Buch in der Typik des Mittelalters. Von der Erschaffung der Welt wird berichtet, von der Geburt Christi, und er gibt einen Ausblick auf den Weltuntergang. Es finden sich Stadtansichten darin von Jerusalem, aber auch von Prag und Nürnberg.
Die Museumsbibliothek beherbergt etwa 20.000 Bände. Darunter befinden sich theologische Schriften, Veröffentlichungen zur deutschen, speziell sächsischen Geschichte. Fast lückenlos liegen die Publikationen zur Glauchauer Orts- und muldenländischen Regionalgeschichte als auch zur Geschichte des hochadeligen Hauses Schönburg vor. (UPA)

