Straßenfasching Nico Blasch und Isabel Helke mit ihren Zwillingen Judy und Jenny.

Foto: Wiegand Sturm

Narren trotzen grimmigem Frost

17. Meeraner Straßenfasching: Veranstalter zufrieden

Meerane. Meerane. Minus zwei Grad, teils dichter Flockenfall - na und? Die Meeraner und ihre Gäste, die zu Tausenden die Straßen der Innenstadt säumten und bis in die Abendstunden auf dem Markt feierten, störte das wenig. Auch nicht Bonbonregen, noch Konfettikanonendonner. Der 17. Meeraner Straßenfasching, der erste vom Verein "Die Pflasterköppe" organisierte, hatte mit den vorangegangenen Freiluftspektakeln eines gemeinsam: Er machte Spaß. Rainer Jänsch, Vorstandsmitglied der "Pflasterköppe", zufrieden: "Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen."

Lange vor dem Beginn um 13.13 Uhr war der Teichplatz proppevoll. Die Umzugsstrecke war markiert: mit Menschentrauben. Wer nicht runter konnte, machte es sich am Fenster gemütlich. Am Samstag pfiffen die Meeraner auf Heizkosten. Viele waren in Kostüme geschlüpft: Hier "rollte" ein Reiner-Calmund-Verschnitt an, dort drückte sich eine Vampirfamilie im Hauseingang. Kleine Cowboys bewarfen sich mit frisch gefallenem Schnee, der nach und nach die Farbe bunt annahm. Dafür sorgten vor allem die Faschingsvereine und die "Urknall"-Musiker mit einer fetten Konfettikanone. Gekicher überall, als die Seiferitzer kamen. Die waren kurzerhand im Fahrschulbus angereist. Vorn an der Scheibe das Schild: "Es ist kein Spaß, es ist kein Witz: Die schönsten Bauern sind von Seiferitz". Vom Traktor ließen sich die Beverly-Hill's-Leute ziehen. Die Gäste aus Gößnitz hatten einen Ziegenbock im Schlepptau. Die bunten Hähne von der Güggel-Clique Lörrach hatten sich nach Meerane aufgemacht. Die schillernden Gäste aus Basel allerdings fehlten. Jänsch: "Die hatten andere Termine." Nächstes Jahr aber will der Verein eher anfragen.

Trotz Streckenposten, die Lücken im Umzug vermeiden sollten, kam es auch dieses Mal zu Wartezeiten. Wer im Stau stand, musste erfinderisch sein. Hüpfend kämpften die "Tanzboden"-Mädels gegen die klirrende Kälte an. "Pflasterkopp" Jänsch: "Vom Teichplatz zum Markt mussten wir noch einmal streuen."

Tino Gottsmann, Chef der Heide-Guggis, kommentierte lachend: "Das war kein Umzug, das war ein Umstand." Trotzdem sicherte er zu, nächstes Jahr wieder zu kommen.

 
erschienen am 31.01.2010 ( Von Uta Pasler )
 
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