Das leer stehende ehemalige Pflegeheim am Forsthaus in Glauchau wartet auf einen Käufer.
Foto: Uwe Meyer
Pflegeheim soll unter den Hammer
Kosten für Objekt schrecken viele Bewerber ab - Gebäude im Glauchauer Rümpfwald steht unter Denkmalschutz
Glauchau. Glauchau. Die Städtische Altenheim gGmbH nimmt einen neuen Anlauf, um das leer stehende Pflegeheim im Rümpfwald endlich loszuwerden. Nachdem im März 2009 die Einrichtung eines Jugendstrafvollzuges in freien Formen durch den Prisma-Verein geplatzt war, will Altenheim-Geschäftsführerin Angela Löchel den Komplex nun bei einer Auktion anbieten.
Das Ziel ist klar: Wenn das Haus verkauft wird, kann die städtische Gesellschaft das Geld für die Unterhaltung des alten Pflegeheimes einsparen. Jährlich fallen rund 7000 Euro für Versicherung und Hausmeisterdienst an.
Dabei lockt die Immobilie immer wieder Interessenten an. Nach der Absage des Prisma-Vereins gab es bereits fünf Anfragen von möglichen Investoren. Sie legten der Geschäftsführerin verschiedene Konzepte für das Haus vor. Unter anderem hatten ein Heilpraktiker, eine Kirchgemeinde und Tierfreunde bei Angela Löchel vorgesprochen. "Doch die Kosten für den Erwerb des Areals haben viele abgeschreckt", erinnert sie sich. Im Verkehrswertgutachten wird der Komplex mit 235.000 Euro angegeben. Dabei haben die Gutachter aber einen viel höheren Bodenwert als bei angrenzenden Flächen im Rümpfwald angesetzt. Nun versucht das Unternehmen, das 7000 Quadratmeter große Grundstück und das unter Denkmalschutz stehende Altenheim bei einer Auktion zu veräußern. Dabei hofft Löchel auf einen Erlös im fünfstelligen Bereich. Ein weiteres Problem für einen möglichen Investor: Das Gebäude befindet sich im Außenbereich. Das bedeutet, dass für sämtliche bauliche Veränderungen ein aufwändiges Planverfahren in Gang gesetzt werden muss.
Angela Löchel macht aber auch deutlich, dass das städtische Unternehmen beim Verkauf über eine Auktion keinen Einfluss mehr auf die künftige Nutzung haben wird. "Das muss den Leuten eindeutig klar sein", so Löchel. Schließlich hatten sich vor knapp einem Jahr rund 5000 Einwohner mit einer Unterschriftenaktion, die der Ortsverband der FDP organisiert hatte, gegen die Nutzung des Hauses für den Jugendstrafvollzug in freien Formen ausgesprochen. (HOF)


