Pläne für Industriegebiet bleiben unscharf

Bürgermeister Ungerer sieht Erweiterung der Meeraner Gewerbeflächen als Generationenprojekt

Meerane. Meerane. Bei den Erweiterungsplänen für das Meeraner Gewerbegebiet an der B 93 bleibt die Atmosphäre zwischen Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) und einigen Stadträten unterkühlt. Ungerer bemühte sich zur jüngsten Ratssitzung wenig, durch mehr Transparenz die Wogen zu glätten. Kosten wurden keine genannt.

Bauern, die dafür ihr Land geben müssen, hatten beizeiten ihren Unmut geäußert. Bewohner aus Waldsachsen, die am nächsten dran wohnen, fürchten zusätzliche Lärmbelästigung. Die Forderung von CDU-Stadtrat Siegmund Künzel nach einer maßstabsgerechten Übertragung der Pläne, um herauszufinden, wie weit die Wohnhäuser in Waldsachsen von der Industriegebietsgrenze entfernt liegen, wurde weggewischt. Ungerer sagte lediglich, dass es 600Meter wären. Künzel meinte, zuvor etwas von rund 300 Metern gehört zu haben. Unstrittig bleibt, dass die grafischen Darstellungen, die die Verwaltung zur Ratssitzung präsentierte, dazu nichts aussagen. Die "Freie Presse", die diese Grafik gern veröffentlicht hätte, bekam vorerst eine Absage.

Es sei ein Generationenprojekt, das vorangetrieben werde, betonte Ungerer. Und es sei die letzte Erweiterung dieses Gewerbegebiets, versprach er. Parallel dazu verlaufen Planungen für eine neue Staatsstraße, die von der A 4 bis weit nach Glauchau reichen soll, durch die das Gebiet noch besser angebunden werde.

Die Erschließung sei förderfähig, müsse aber in den nächsten Jahren passieren. Stadtrat Thomas Arlt (CDU) erhielt auf seine Frage, wie viele Fördermittel zu erwarten wären, lediglich die Antwort, dass eine maximale Förderung dazu in Aussicht gestellt werde. Und auf seine Frage nach dem Erwerb der Grundstücke antwortete Ungerer, dass das noch nicht zur Debatte stehe, erst soll der Bebauungsplan reifen. In Richtung Waldsachsen sei eine Grünfläche als Abschluss des Areals vorgesehen, informierte Annelie Mahn vom Sachgebiet Bauen. Stadtrat Künzel hält das aber für nicht ausreichend: "Der Grüngürtel bringt in punkto Lärmschutz nichts. Wie wir wissen, hilft da nur eine Wand oder ein Wall."

Einige Waldsachsener sind durch den Autobahn-Lärm bereits hart geprüft. Ungerer hatte Ende 2009 eine viel versprechende Autobahnkonferenz angekündigt. Was herausgekommen ist, wird jedoch lediglich hinter verschlossenen Rathaustüren besprochen.

 
erschienen am 28.01.2010 ( Von Uta Pasler )
 
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