Sponsoren helfen Kindern auf dem Weg zur Schule
Schülerbeförderung I: Eltern der Internationalen Grundschule greifen zur Selbsthilfe
Glauchau. Glauchau. Kinder aus den Regionen Werdau und Zwickau werden jetzt mithilfe von Sponsoren in die Internationale Grundschule in Glauchau gelangen - zumindest übergangsweise. Darüber haben die Eltern der Kinder Donnerstagabend gesprochen. Weil der Träger der Internationalen Grundschule den Transport der Schüler aus Richtung Werdau und Zwickau am Freitag einstellt, sind die etwa 30 betroffenen Familien auf sich selbst gestellt. "Wir haben eine Übergangslösung mit Sponsoren gefunden", sagt Ines Winkler. Sie wohnt in Werdau, und ihre Tochter besucht die 4. Klasse in Glauchau.
Hintergrund des Ärgers ist, dass der Kreis die Übernahme der Beförderungskosten ablehnt und die Eltern alles selbst bezahlen müssen. Laut Schülerbeförderungssatzung übernimmt der Kreis nur die Kosten für die vom Wohnort nächstgelegene Grundschule, wenn sie mindestens zwei Kilometer davon entfernt ist. Die Eltern gehen jedoch davon aus, dass die Internationale Grundschule mit ihrer Fremdsprachenausbildung ein besonderes Profil hat. Dann würde es eine Chance auf Kostenübernahme geben, wenn es sich um die nächstgelegene Schule mit diesem Profil handeln würde. Aber Grundschulen werde kein besonderes Profil zugemessen.
Unterdessen haben sich die Eltern zusammengeschlossen und sprechen mit ebenfalls betroffenen Familien, deren Kinder die Internationale Grundschule in Crinitzberg besuchen. Sie haben das gleiche Problem und eine Normenkontrollklage gegen die vom Kreistag beschlossene Schülerbeförderungssatzung vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen erhoben sowie einen Eilantrag gestellt, der Landkreis möge die Schülerbeförderung übernehmen.
"Wenn die Eltern allein für die Transportkosten aufkommen müssen, ist dies für viele nicht zumutbar", sagt Andrea Kahl aus Hartenstein. Vor allem Alleinerziehende hätten ein Problem. Und das Kind in die nächstgelegene Grundschule zu schicken, sei keine Lösung. Auch Ines Winkler kündigt weitere Aktionen der Eltern an.


