Nur mit Atemschutzgeräten war es für die Meeraner Wehr möglich, die verqualmten und dadurch hochgiftigen Räume zu betreten.
Foto: Ralph Köhler
Wieder brennt ein Keller am Remser Weg
Meeraner Wehr rückt mit Großaufgebot an - Polizei: Brandstiftung möglich
Meerane. Schwarze dicke Qualmwolken steigen Samstagabend aus den Fenstern des Kellers und dem Treppenhaus am Remser Weg in Meerane. Ein Großteil der Mieter steht schon vor der Haustür und wartet fröstelnd im Regen, bis Polizisten und Feuerwehrleute ihre Arbeit getan haben. Nur unter Sauerstoff ist es möglich, die verqualmten und dadurch hochgiftigen Räume zu betreten. Mit Entlüftern kämpfen die Helfer gegen die starke Rauchentwicklung an. Laut Polizei brach das Feuer gegen 22.45 Uhr aus. Warum und wieso, weiß noch keiner.
Die Meeraner Wehr rückt mit einem Großaufgebot an: acht Fahrzeuge und 35 Mann. Unterstützt wird sie von den Kollegen aus Waldsachsen. Bis gegen 3 Uhr haben sie zu tun. Erst dann trudeln die letzten im Gerätehaus ein.
Für die Meeraner Freiwilligen war das der zweite Ausrücker innerhalb von 24 Stunden. Am Freitagmorgen, 3.30 Uhr, wurden sie zu einem Pkw-Brand Ecke Röbbecke-/Robert-Baum-Straße gerufen. Dort stand der Motorraum eines VW Polo in Flammen, der Versuch, den brennenden Wagen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen, war bereits fehlgeschlagen. Die Kameraden schaffen es, das Feuer in den Griff zu kriegen. Der Polo brennt dennoch im Bereich des Motorraumes vollständig aus. Die Polizei ermittelt. Brandstiftung ist möglich.
Wie auch beim Kellerbrand am Remser Weg: Dort ermitteln die Beamten sogar wegen schwerer Brandstiftung. Es ist noch kein Jahr her, dass die Bewohner in diesem Mehrfamilienhaus dieses Szenario schon einmal erleben mussten: am 21. Januar.
Bei Januar-Brand Feuer erst um 4.25 Uhr entdeckt
Im März gelang es der Polizei allerdings, zwei Männer (19 und 24 Jahre alt) zu stellen. Sie sollen in einen Keller eingebrochen sein, um sich Nachschub an alkoholischen Getränken zu besorgen. Anschließend zündeten sie einen Schlafsack an. Die Täter hätten sogar gestanden. Damals musste der 47-jährige Mann, der das Feuer gegen 4.25 Uhr entdeckt hatte, mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.
Dieses Mal wird der Brand rechtzeitig gerochen. Eine Evakuierung der Bewohner, die in ihren Wohnungen geblieben waren, war nach Polizeiangaben nicht notwendig. Durch das Feuer wird niemand verletzt, die Bewohner können gegen Mitternacht wieder in ihre Unterkünfte zurückkehren.
Keine drei Stunden später schreckt ein brennender Papiercontainer in Glauchau Anwohner in der Kopernikusstraße auf. Gegen 2.45 Uhr ging in der Nacht zum Sonntag bei der Polizei der Notruf ein. Die Glauchauer Wehr konnte das Übergreifen des Feuers auf ein Mehrfamilienhaus und in der Nähe abgestellte Fahrzeuge jedoch verhindern.
In allen drei Fällen haben Brandursachenermittler ihre Tätigkeit aufgenommen, die Kriminalpolizei ermittelt. Wie hoch die Schäden durch diese Brände sind, konnte die Polizei bis Sonntag noch nicht sagen.
Laut Polizeisprecher Frank Fischer wurde vor einem Jahr beim Kriminaldienst Glauchau eine Ermittlungsgruppe "Brände Glauchau" eingerichtet, die sich derzeit mit etwa 40 ungeklärten Brand-Fällen in der Region beschäftigt. Vier Beamte, bei Bedarf auch mehr, arbeiten mit dem Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz zusammen, um den Tätern endlich das Handwerk zu legen.


