Feuerwehreinsatz Anfang August 2009 auf dem Lagergelände des Bauhofs am Bismarckturm: Die Qualmwolke, die der brennende Grashaufen bildete, war weithin sichtbar.
Foto: Uwe Meyer
Wochenendeinsätze gehen an die Substanz
Jahreshauptversammlung der Glauchauer Wehr: Für Vizechef Mike Wunderlich Belastungsgrenze erreicht
Glauchau. Glauchau. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind 2009 nahezu im Dauereinsatz gewesen. Die ehrenamtlichen Helfer mussten 5 Großbrände und 32 Mittelbrände löschen - das war deutlich mehr Arbeit für die Floriansjünger als in den vorangegangen Jahren. "Ein Großteil der Feuer ist auf Brandstiftung zurückzuführen. Glücklicherweise entstanden keine schwerwiegenden Personenschäden", bilanzierte Glauchaus Wehrleiter Uwe Clemens in seinem Rechenschaftsbericht zur Jahreshauptversammlung.
Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) verwies auf die Stärke der Brandschützer in Glauchau. "Die Leistungsfähigkeit ist beeindruckend. Die Freiwillige Feuerwehr ist für unsere Stadt unverzichtbar", fasste der Rathauschef zusammen.
Als größter Einsatz des vergangenen Jahres geht der Brand bei der Holzhandlung Schellenberg am 13. September 2009 in die Geschichtsbücher ein. Dabei kämpften 115 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Der Einsatz dauerte fast 14 Stunden. Bei dem Feuer in der Firma an der Albanstraße entstand ein Sachschaden von rund einer halben Million Euro. Die weiteren Großbrände ereigneten sich in leer stehenden Häusern an Kopernikusstraße, Waldenburger Straße, Am Graben und an der Dorotheenstraße.
Oft mussten die Einsatzkräfte an den Wochenenden ausrücken. "Es geben nur wenige zu: Die Einsätze am Samstag und am Sonntag sind an die Substanz gegangen", machte Mike Wunderlich, stellvertretender Wehrleiter, deutlich. Ganz wichtig: Das Pensum ist für die ehrenamtlichen Helfer nur durch das Verständnis der Familien und die Unterstützung der Arbeitgeber zu bewältigen gewesen.
Im vergangenen Jahr musste die Freiwillige Feuerwehr zu insgesamt 193 Einsätzen ausrücken. Den Löwenanteil übernahmen dabei die Mitglieder des ersten und zweiten Löschzuges, der an der Erich-Fraaß-Straße stationiert ist. Sie waren an 131 Einsätzen beteiligt. Das bedeutet: Die Retter sind durchschnittlich aller 2,7 Tage alarmiert worden. Zudem entfielen 32 Einsätze auf den dritten Löschzug in der Unterstadt, 27 Einsätze auf den vierten Löschzug in Gesau und drei Alarmierungen auf den fünften Löschzug in Lipprandis.
Neben der Brandbekämpfung rückten für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr die technischen Hilfeleistungen auf der Autobahn in den Mittelpunkt. Bei diesen Unfällen konnten sechs Menschen gerettet werden. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden.
Ärgerlich: In 24 Fällen ist es zu Fehlalarmierungen durch die Brandmeldeanlagen gekommen. "Es lag nicht immer an einer Fehlfunktion. Vielfach haben handwerkliche Arbeiten zu arbeitsbedingtem Staub und Qualm geführt", beschreibt Uwe Clemens.
Zur Glauchauer Wehr gehören 163 Mitglieder, 121 sind Aktive. Dazu kommen noch 17 Mitglieder in der Frauengruppe und 25 Senioren in der Alters- und Ehrenabteilung. Letztgenannte hat zur Jahreshauptversammlung von der Stadtverwaltung einen Zuschuss von 400 Euro erhalten.


