Aus dem Güterbahnhof wird der Umschlagplatz.
Foto: Wiegand Sturm
Zug rollt zum Container-Terminal
Versöhnliche Töne beim ersten Spatenstich - Verkehrsstaatssekretär: Freistaat steht hinter dem Projekt
Glauchau. Glauchau. Versöhnliche Töne hat es am Dienstag beim ersten Spatenstich für den neuen Container-Umschlagplatz am Güterbahnhof gegeben. Nachdem der künftige Betreiber des Terminals, der Geschäftsführer der Pöhland Speditionsgesellschaft mbH, Ingo Röttger, den Freistaat Sachsen gemahnt hatte, seine Zusagen einzuhalten, sicherte Verkehrsstaatssekretär Roland Werner (FDP) am Dienstag Unterstützung zu. "Wir stehen voll und ganz hinter dem Projekt", sagte er.
Hintergrund: Laut Röttger hatte der Freistaat finanzielle Unterstützung zugesichert, um weitere Depotflächen anlegen zu können und Signaltechnik zu installieren. Dies soll nun über das EU-Programm Efre für umweltverträgliche Verkehrsprojekte in die Tat umgesetzt werden. Auch das zweite Problem, das Röttger vor wenigen Wochen angesprochen hatte, scheint sich zu klären. Nach einem Gespräch mit der DB Netz sei nun "sehr wahrscheinlich, dass wir ab Juli mit Zügen nach Glauchau rollen können", sagt Röttger. Seine Befürchtung war, dass die Finanzierung der notwendigen Signaltechnik für 640 Meter lange Züge fehle und deshalb die DB Netz die Ausnahmegenehmigung verweigern könnte. Doch jetzt gebe es positive Signale.
Im Güterverkehrszentrum fehlt noch das Herzstück
Das bestätigt auch Alfons Wagener, Geschäftsführer der Güterverkehrszentrum Entwicklungsgesellschaft Südwestsachsen (GVZ-E), an der die Sachsen-Franken-Logistik GmbH - ein Zusammenschluss von Pöhland mit der Hohensteiner Spedition Gericke - beteiligt ist und gemeinsam mit der Sächsischen Autotransport GmbH den Containerterminal privat betreibt. Mehrheitsgesellschafterin der GVZ-E ist die Stadt Glauchau, für die das Güterverkehrszentrum mit dem Herzstück Container-Umschlagplatz strategisch wichtig ist, wenn es um die Entwicklung der Stadt als Standort der Automobilzulieferindustrie und vor allem der Logistik geht. Bereits 1992, so erinnerte am Dienstag der Präsident der Landesdirektion Karl Noltze an die Anfänge, bekam Glauchau 14 Millionen Mark aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe für die Entwicklung eines Güterverkehrszentrums. "Was lange währt, wird nun endlich gut", sagte er. In den vergangenen 12 Monaten wurde auf das Tempo gedrückt. Noltze sprach davon, dass binnen zehn Monaten das Planfeststellungsverfahren über die Bühne ging und mit dem Ausbau der A4 und dem Neubau der B 175 auch die Voraussetzungen für den Standort Glauchau verbessert worden seien.
Die Stadt Glauchau selbst nahm Anfang der 1990er-Jahre die Entwicklung der Gewerbegebiete und des Güterverkehrszentrums mit seinen Modulen in Angriff, damals unter planerischer Federführung von Manfred Kaudelka. Doch was bislang gefehlt hat, ist das Kernstück des GVZ, der Umschlagplatz für Container von der Straße auf die Schiene. Die Abrissarbeiten am Güterbahnhof haben begonnen. Im Sommer soll die erste Ausbaustufe des Terminals in Betrieb gehen. Die Anlage umfasst eine befestigte Verladefläche, zwei Gleise und ein mobiles Ladegerät. Die Kosten betragen 3,8 Millionen Euro.


