Evi Gündel vom Elterntelefon Für das Elterntelefon des Kinderschutzbundes, an dem Evi Gündel ein offenes Ohr für Sorgen hat, gibt es kein Geld vom Kreis.

Foto: Andreas Kretschel

2,5 Millionen Euro für Jugendhilfe: Aber Sorgentelefon geht leer aus

Kein Geld für "heißen Draht" des Kinderschutzbunds - 41.000 Euro an Jugendhaus

Hohenstein-Ernstthal/Zwickau. Hohenstein-Ernstthal/Zwickau. Bei der Fachkraftförderung in der Jugendhilfe schauen zwei Träger im Kreis in diesem Jahr in die Röhre: Für das Elterntelefon und das Familienprogramm des Kreisverbandes Zwickau des Kinderschutzbundes gibt es kein Geld.

Zudem kann der Landkreis die Vorhaben des C-Punktes in Glauchau nicht bezuschussen. Weil die Angebote in den aktuellen Jugendhilfeplänen nie aufgenommen wurden, ist eine Förderung gar nicht möglich, begründet Pressesprecherin Ilona Schilk die Ablehnung. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages hat reichlich 2,5 Millionen Euro verteilt. Sie werden als Lohnzuschuss für die 98 Fachkraftstellen in Jugendeinrichtungen, Kirchgemeinden und Ausbildungsstätten verwendet.

Aber: Die beiden Einrichtungen, die nicht in den Genuss der Fördergelder kommen, müssen Abstriche machen. Das Elterntelefon, das der Kreisverband Zwickau des Kinderschutzbundes betreibt, kann weiterhin nur mit ehrenamtlichen Helfern besetzt werden. Neun Frauen und Männer nehmen in ihrer Freizeit den Hörer ab. "Mit einer Fachkraftförderung wäre eine Erweiterung des Angebots möglich gewesen", so Koordinatorin Evi Gündel.

Einen 10.900- Euro-Zuschuss hatte der Träger vergeblich beantragt. Die Koordinatorin stellt fest, dass trotz des Internetzeitalters weiterhin enormer Gesprächsbedarf besteht. An den vergangenen Tagen standen Fragen rund um die Zeugnisse im Mittelpunkt. Allerdings wählen nicht nur Eltern die Nummer des Kinderschutzbundes. "Nach der Trennung von Eltern suchen auch viele Großeltern bei uns einen Rat zum Umgang mit den Enkeln", berichtet Gündel.

Vergeblich hat auch die C-Punkt-Gemeinde in Glauchau auf eine Finanzspritze gehofft. Gemeindepädagoge Christian Ebert reichte einen Antrag über einen Zuschuss von 20.500 Euro ein - der Jugendhilfeausschuss hat das Projekt aber nicht befürwortet. Die C-Punkt-Gemeinde befindet sich an der Marienstraße in Glauchau. "Mit der Fachkraftförderung hätten wir in der Unterstadt eine offene Jugendarbeit anbieten können. Das Angebot fehlt bisher in unserem Stadtteil", so Ebert. Der Gemeindepädagoge versucht nun über die "Aktion Mensch" eine Unterstützung für die Jugendarbeit zu erhalten.

In Hohenstein-Ernstthal erhält das Jugendhaus "Off is" 2010 den größten Zuschuss. Für das Haus stehen 41.000 Euro zur Verfügung. Weitere Gelder werden unter anderem an das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum "Station" (32.250 Euro) und das Jugendzentrum "Riot" (23.500 Euro) in Lichtenstein überwiesen. Jeweils 20.500 Euro gehen in Hohenstein-Ernstthal an das Projekt "Bunte Post" und den "Club 99".

 
erschienen am 08.02.2010 ( Von Holger Frenzel )
 
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