Wolfgang Schindler Wolfgang Schindler war seit gut einem Jahr Gemeindewehrleiter.

Foto: Andreas Kretschel

Feuerwehr gibt ihrem Chef einen Korb

Herbe Schlappe für Wolfgang Schindler: Jahreshauptversammlung entzieht dem Callenberger das Vertrauen

Callenberg. Callenberg. Wahlschlappe für den Callenberger Gemeindewehrleiter: Die aktiven Feuerwehrleute der sieben Ortsteile haben Wolfgang Schindler am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung in Reichenbach das Vertrauen entzogen. Am Ende der geheimen Wahl lagen 40Stimmen gegen, aber nur 36Stimmen für Schindler vor. Dazu kamen zwei Enthaltungen. 79 der 109 wahlberechtigten Einsatzkräfte waren anwesend, einer davon hatte einen ungültigen Wahlschein in die Urne geworfen.

Ist Schindler, der im Februar 2009 von Bürgermeister Andreas Matthäi für das Ehrenamt berufen worden war, jetzt noch Wehrleiter - oder nicht? "Es tut mir leid, dass es so ausgegangen ist", sagte Matthäis Vize Joachim Jeschar noch auf der Veranstaltung. Am Sonntag am Telefon formulierte Jeschar auf Anfrage der "Freien Presse: "Möglicherweise haben wir damit erstmal keinen Gemeindewehrleiter. Jetzt müssen wir uns die Satzung genau ansehen." Schindler selbst wird da schon konkreter: "Nein, die Wehr ist jetzt ohne Chef", sagte der 47-Jährige der "Freien Presse". "Es war abzusehen, dass es so ausgeht."

Schindler, bei der Feuerwehr seit 1978, hatte sich im Vorjahr bereit erklärt, das längere Zeit verwaiste Ehrenamt zu übernehmen. Zugleich sorgte die Gemeindeverwaltung für seine berufliche Absicherung als Mitarbeiter im Bauhof. Seine dortige Stelle ist befristet bis Januar 2011. Wie es dann weitergeht: unklar. "Dass muss der Rat entscheiden", sagt Schindler. Augenscheinlich ist es dem von Matthäi ernannten Fachmann nicht gelungen, zur Integrationsfigur der fünf starken Einsatz-Mannschaften, der beiden Jugend-Feuerwehren, der Kinder-Feuerwehr, des Feuerwehr-Vereins und der einzelnen Interessengruppen im Gemeinderat zu werden.

Dass es Probleme in der Arbeit der Wehr gibt, hatte er in seinem Rechenschaftsbericht am Freitag schon angedeutet. Dort äußerte Schindler auch den Wunsch, dass die Ortswehren doch künftig besser zusammenarbeiten sollten. "Jede Wehr will eigenständig sein", sagte Schindler zur "Freien Presse". "Ich konnte es gar nicht allen recht machen." Dabei ist die Wehr durchaus gut aufgestellt. Im Notfall können ausreichend Einsatzkräfte mobilisiert werden. 2009 bewilligte der Gemeinderat 145.125 Euro für die zeitgemäße Ausrüstung der aktiven Wehrleute und des Nachwuchses. Zudem brachte die Ortsfeuerwehr Callenberg rund 500 freiwillige Arbeitsstunden auf, um den Ausbau ihres neuen Gerätehauses vorzubereiten. Genauso verwandelte die Langenchursdorfer Ortswehr ihren Mannschaftswagen in weit mehr als 300 freiwilligen Arbeitsstunden in ein Schmuckstück.

Trotzdem gibt es noch ungelöste Probleme. Dazu gehört die Sanierung des Gerätehauses der Ortsfeuerwehr Reichenbach, für das noch keine Lösung vorliegt. Immerhin: Von Kreisbrandmeister Thomas Wende gab es zum Auftakt der Jahreshauptversammlung ein Lob für die gute Nachwuchsarbeit.

 
erschienen am 07.03.2010 ( Von Jörg Höbald und Jens Korch )
 
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