Partystimmung pur - am Sachsenring genauso wie auf dem Altmarkt.Foto: Andreas Kretschel
Motorradfans feiern - und die Händler feiern mit
Partyzone Altmarkt Hohenstein-Ernstthal: Tausende Einheimische lassen es krachen - Partyzone Ankerberg: Wilde Feten bis tief in die Nacht
Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz. Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz. Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring - das heißt neben dem großen Sport auf der Strecke vor allem große Partys rund um den Ring. So haben es am Wochenende Tausende krachen lassen. Auf dem Altmarkt in Hohenstein-Ernstthal feierten am Freitag und Samstag rund 4000 vorwiegend Einheimische, versorgt von Händlern der Region. Auf dem Ankerberg genossen Zehntausende zugereiste Fans die Stimmung. Davon profitierten vor allem Händler, die meist von weit angereist waren.
Immer dabei, wenn der WM-Zirkus für ein Wochenende in der Region Halt macht, ist Axel Rottluff. "Ich möchte das Rennwochenende nicht missen, da bleibt schon Geld in der Region", sagte der Inhaber des "Postgutes". Sein Lokal und die Firma La Belle Gastro organisieren seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung die Grand-Prix-Party auf dem Altmarkt. Während für die Speisenangebote Betreiber aus der Umgebung verantwortlich sind, profitieren die hiesigen Gastronomen vor allem vom Getränkegeschäft auf dem Altmarkt. Vier Bierhänger mit je sechs Leuten sorgten dafür, dass niemand durstig blieb. Während Axel Rottluff selbst am Zapfhahn stand, schmiss seine Frau Evelyn den Laden im "Postgut." Dort herrschte ebenso Trubel, weshalb doppelt so viel Personal im Einsatz war wie üblich. "Es ist für die Gaststätte das mit Abstand beste Wochenende des Jahres", unterstrich Rottluff die Bedeutung des Sachsenring-Rennens für die örtliche Gastronomie. Fast schon Pflicht war es für ihn dabei, dass mit Glückauf-Bier auch ein hiesiger Gerstensaft ausgeschenkt wurde.
Schon zum fünften Mal in Folge auf dem Ankerberg war Mario Grabengießer (38) gemeinsam mit dem Schaustellerbetrieb Fischer aus Magdeburg. Kontrastprogramm ist angesagt, denn das Unternehmen reist sowohl mit Fischstand als auch mit Autoscooter an. Nicht der erwartet große Gewinn sei der Grund, immer wieder hierherzukommen. Reicher werde man auf dem Ankerberg auch nicht unbedingt. "Hier ist alles ganz anders", sagt Grabengießer. "Die Leute sind einfach da." Normalerweise tingelt der Schaustellerbetrieb von Fest zu Fest. Da müsse man warten, ob die Leute kommen. Auf dem Ankerberg seien genügend Menschen da, dazu vor allem junge Leute, die Spaß am Autoscooter haben. Anders sei auch die Uhrzeit, denn auf dem Ankerberg gehe es erst abends los. Richtig Betrieb ist aber erst nachts, sagt Grabengießer. Das Problem: Viele sind alkoholisiert. "Da müssen wir ganz schön die Augen aufhalten. Aber zum Glück sind das alles meist ganz friedliche Gesellen, die keinen Ärger machen." Bereits am Dienstag hatten die Magdeburger aufgebaut, weil schon mittwochs die Party auf dem Ankerberg begann. "Aber sonntags bauen wir dann immer schon wieder ab. Nach dem letzten Rennen fahren die meisten heim. Da lohnt sich das nicht mehr."