Hundbesitzer Steffen Scheffler mit Hunden Steffen Scheffler ist oft mit Schäferhund Frey von der Friesenklippe und Riesenschnauzer Uzo von der Schönburg unterwegs. Er ärgert sich, dass Hundebesitzer jetzt stärker zur Kasse gebeten werden.

Foto: Andreas Kretschel

Petition soll Stadtrat umstimmen

Lichtensteiner Hundebesitzer machen gegen Steuererhöhung mobil - Schon 1000 Unterschriften beisammen

Lichtenstein. Lichtenstein. In der Stadt im Grünen regt sich Widerstand: Gut 60Prozent mehr müssen Frauchen und Herrchen für ihren Hund künftig zahlen. "Damit wollen wir uns nicht abfinden", sagen Steffen Scheffler und Sven Küster. Die Lichtensteiner haben gemeinsam mit Hundesportverein, Tierschutzverein und anderen Hundefreunden eine Unterschriftensammlung initiiert. Ihr Ziel: Der Stadtrat soll die Hundesteuersatzung kippen - oder zumindest überarbeiten.

"Viele Hartz-IV-Empfänger können sich das gar nicht mehr leisten", sagt Scheffler (46), Mitglied im Hundesportverein Niederlungwitz. Schefflers Riesenschnauzer Uzo von der Schönburg ist 8 Jahre alt, war schon dreimal Landesmeister im Vielseitigkeitssport. Scheffler gibt sein Tierwissen regelmäßig an andere Hundefreunde weiter. Und er weiß: Es fällt nicht jedem Besitzer eines Vierbeiners leicht, das zusätzliche Geld für sein Tier zu berappen.

"Wir sind nicht prinzipiell gegen die Erhöhung", sagt sein Mitstreiter Sven Küster (47). Doch 60 Prozent - das findet er einfach "maßlos". Und er ärgert sich über die Aussagen aus der Kämmerei. In der "Freien Presse" hatte der für Steuern zuständige Rathausmitarbeiter Christoph Bodenschatz darauf verwiesen, dass so "der Bestand an Tieren im Ort in Grenzen gehalten werden soll."

Gut 60 Unterschriftenlisten haben die Initiatoren gedruckt und verteilt - in Bäckereien, beim Fleischer, selbst in einer Arztpraxis. Mehr als 1000 Adressen sind schon zusammengekommen. Bis Sonntag wird noch gesammelt. In der kommenden Woche dann, so lautet zumindest der Wunsch von Küster, Scheffler und Co., sollen die Namen im Rathaus abgegeben werden.

Ob der Stadtrat die Satzung tatsächlich noch einmal in Angriff nimmt, wird sich zeigen. Der Beschluss jedenfalls war ohne große Diskussion gefällt worden. Erst danach ging vor allem bei den Betroffenen - etwa 460 Hunde gibt es in Lichtenstein - die Aufregung los. "Wir haben uns mit diesem Thema seit der ersten Vorstellung des städtischen Haushaltes im September des Vorjahres beschäftigt", zeigt sich Kämmerin Katrin Otto überrascht. Um die leeren Kassen aufzufüllen, waren verschiedene Optionen geprüft worden - auch Grund- und Gewerbesteuer. Letztendlich wurde am Ende aber nur die Hundesteuer in Angriff genommen. "Diese Steuer wurde seit elf Jahren nicht mehr erhöht", sagt Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU).

"Ich bedauere, dass es im Stadtrat keine Diskussion zu diesem Thema gab", ärgert sich SPD-Rat Emanuel Pasler, der als einziger gegen die Erhöhung gestimmt hatte. "Es wäre ein Präzedenzfall, wenn wir den Beschluss wieder zurücknehmen." Die Initiatoren der Petition würden das mit großer Freude aufnehmen.

 
erschienen am 02.03.2010 ( Von Jens Korch )
 
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