Produktionshalle Die Fassadengestaltung der Produktionshalle entspricht einem Barcode. Würde man einen Scanner über die Fassade ziehen, könnte man folgenden Text lesen: Mugler AG - 09353 Oberlungwitz.

Foto: Architekturbüro Klaus Hannig

Riesen-Scancode verschlüsselt Bauherrn

Mugler AG erweitert Standort in Oberlungwitz - Zwei 100 Meter lange Hallen sollen Stadtbild nicht stören - Ausschuss unterstützt Vorhaben

Oberlungwitz. Eine Fassade in der Art eines Scancodes. Das ist die Idee, die beim Bau von zwei Produktionshallen umgesetzt werden soll. Übersetzt heißen die vertikalen Striche: Mugler AG - 09353 Oberlungwitz.

Das Unternehmen, bei dem zurzeit 171 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird sein Personal um mindestens 25 Personen, darunter vier Lehrlinge, aufstocken. Dazu hat sich die Mugler AG im Zusammenhang mit dem Bau der Produktionshallen verpflichtet. Das sagte Albrecht Mugler, Vorstand der Aktiengesellschaft. Über die Höhe der Investition sagte er jedoch nichts.

Der Professor geht davon aus, dass es bei 25 Neueinstellungen nicht bleiben wird, sondern bis zu 40 neue Arbeitsplätze entstehen werden. "Und das am Standort Oberlungwitz", betont Mugler. Möglichst am 1. Mai soll der erste Spatenstich erfolgen. Spätestens zum Jahresende ist vorgesehen, mindestens eine Halle in Betrieb zu nehmen. Der Technische Ausschuss des Stadtrates hat sich mit dem Bauvorhaben befasst und seine grundsätzliche Zustimmung erteilt. Nun ist das Landratsamt Zwickau gefragt. Die Kreisbehörde ist für die Baugenehmigung zuständig.

Keine Störung des Stadtbildes

Albrecht Mugler und der Hohenstein-Ernstthaler Architekt Klaus Hannig haben mit der Vorstellung des Bauprojektes die Ausschussmitglieder in jeder Hinsicht überzeugt. Nicht nur mit dem wirtschaftlichen Aspekt und den damit verbundenen zusätzlichen Arbeitskräften punktete das Unternehmen, sondern auch mit der Art der Realisierung.

Gerade in diesem Punkt waren einige Abgeordnete skeptisch. Denn immerhin werden die beiden Hallen riesige Ausmaße haben. Jeweils 20 Meter breit, 100 Meter lang und fast 9 Meter hoch sollen sie werden, erklärte Architekt Hannig.

Trotzdem versprach er, dass beide Bauwerke das Stadtbild nicht stören. Die Produktionshallen werden demnach von der Hofer Straße aus kaum wahrnehmbar sein und hinter dem Hauptgebäude der Mugler AG verschwinden. Aus Richtung Stollberger Straße seien sie durch den dortigen Einkaufsmarkt kaum sichtbar. Und weil sie tief im Gelände liegen, würden sie auch aus südlicher Richtung kaum störend in Erscheinung treten.

Dieser Erwartung schlossen sich die Mitglieder des Ausschusses nach Sichtung der Unterlagen an. Befürchtungen von Anwohnern, die mit erhöhtem Verkehrsaufkommen rechnen, widersprach Mugler nicht. Allerdings gab er zu bedenken, dass der Lasterverkehr, der durch den Betrieb entsteht, im Vergleich zum normalen Umgebungsverkehr sehr gering sei und das auch in Zukunft kaum anders sein werde. Außerdem konzentriere sich der Transport auf die Zeiten am Montagvormittag, am Donnerstagnachmittag sowie auf freitags.

Kaum zusätzlicher Lärm

Um Lärm zu verhindern, soll die Beladefläche zwischen den Produktionshallen überdacht werden. Außerdem werden für Lastwagen vier Andockstationen gebaut. Benötigt würden durchschnittlich nur zwei, sagte Albrecht Mugler. Durch die höhere Zahl der Andockstellen soll auch bei möglicherweise größerem Laster-Aufkommen kein Stau auf den umgebenden Straßen entstehen. Schon vor zwei Jahren hatte die Firma für den Bau einer Produktionshalle eine Baugenehmigung erhalten. Aus Angst, die Wirtschaftskrise könnte Auswirkungen auf das Unternehmen haben, wurde diese Investition zunächst auf Eis gelegt. Doch jetzt schätzt Albrecht Mugler ein: "Die Krise ist weitestgehend an uns vorbeigegangen."

 
erschienen am 05.03.2010 ( Von Jens Arnold )
 
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